Kategorie: Allgemeines (alle Baujahre)
Nach über 4,5 Jahren und mehr als 90.000 Km fällt die Bilanz (EZ 10/2004,125 PS) mit unserem bis ins letzte Detail veredelten Nugget (u. a. Warmwasser, Zusatzwassertank, Solar...) doch ausgesprochen durchwachsen aus. Die Qualität des Basisfahrzeuges ist weder mit den aktuellen Kastenwägen von VW (T 5 oder Crafter) noch von Mercedes vergleichbar.
Man muss sich im Klaren sein, dass es sich beim Transit im Prinzip um eine Konstruktion aus dem Jahr 2000 handelt, daran hat auch das milde Facelift in 2006 wenig daran geändert. Auch der Campingsausbau datiert aus dem Jahr 2001 und eine dringend benötigte Mopf hielt man seitens Westfalia bisher auch nicht für notwendig.
Im Basisfahrzeug werden deutlich dünnere Bleche als bei den vorgenannten Herstellern verbaut, die Verarbeitsungsqualität ist eher rustikal als gediegen, viele Bauteile sind von minderer Qualität (u. a.Keilriemen, Anlasser) die Lackqualität ist bescheiden, der Korrosionsschutz im Vergleich zu den Mitbewerben ausgesprochen sparsam, die Traktion des Fronttrieblers katastophal und wirklich billiger ist zumindest das Bsisfahrzeug im Vergleich zum Mercedes Sprinter auch nicht. In den vergangenen 5 Jahren hat Ford den Nugget um mehr als 6.000,- € im Listenpreis verteuert, für den Kunden hat sich aber im Ergebnis nur wenig verbessert.
Der Westfalia-Ausbau ist durchaus akzeptabel aber im Vergleich zu CS dann eben doch nur Durchschnitt. Viele Lösungen im Nugget sind nicht durchdacht (Sitzbank nur nach Teppichentnahme verschiebbar, Gasflaschenwechsel erfordert einen halben Fahrzeugstrip, ebenso die damalige Konstruktion des Ablassventils für den Abwassertank, viel zu kleine Stauräume, die teilweise wegen fehlender Unterteilung schlecht nutzbar sind, zu kleiner Frisch- und Abwassertank, die Batteriekapazität ist ohne vernünftig dimensionierte Solaranlage definitiv zu knapp bemessen, vor allem beim Wintercamping, die Schiebebettkonstrukion ist antiquiert, es fehlt eine Unterlüftung und Unterfederung, keine Fahzeugisolierung und keine Isolierglasfenster, die Dachluke besitzt Aldi-Qualität ...)
Unschlagbar ist zweifelsohne das Raumkonzept, gerade die Heckküche und der Heckzugang haben sich in der Praxis bewährt. Wenn das Fahrzeug einen doppelten Boden erhalten würde und auch als Heckttriebler bzw. endlich auch als Allrader angeboten werden würde, könnten viele Schwachstellen ausgemerzt werden.
Unsere Liste der Verbesserungsvorschläge umfasst:
Hubbettkontruktion mit Lattenrost und Federkernmatratze mit Unterlüftung, beheizter doppelter Boden mit größeren Wassertanks und Einbau der Standheizung,die stufenlos arbeiten sollte, optional auch als Webasto Dual-Top mit Warmwasseraufbereitung, da die unterflur verbaute Standheizung mit der Zeit gammelt, geänderter Verschiebemechanismus der Sitzbank, Piezozündung für den Herd, größere Stauschränke, die besser an den Innenraum angepasst sind, Außenduschanschluss, Flügeltüren anstelle der Heckklappe, größere Wohnraumbatterie, vernünftig dimensioniertes Ladegerät, Haushaltsamatur anstelle des Vollplastikwasserhahns, Druckwasseranlage um nur die elemetaren Dinge zu erwähnen.
All unsere Erfahrungen haben uns auch bei CS im Modell Amigo fündig werden lassen. Natürlich ist das preislich eine etwas andere Liga aber hier erhält man den qualitativ derzeit besten Camper, der nachhaltig konstruiert wurde. Und wenn man die Basislistenpreise vergleicht (CS: 50.500,- €) frägt man sich schon, warum für einen durchaus überschaubaren Aufpreis ein ähnlich wendiges Fahrzeug (Außenlänge 5,24 m) mit vollständiger Nasszelle vernüftigen Stauraum, aktueller Bord- u. Fahrzeugtechnik (u. a. LED-Beleuchtung, 100 L-Frischwassertank, 235 Ah-Batterie, 30 A-Ladegerät, 80 L-Kühlschrank mit Gefrierfach ein wunderbares Dachbett, vollständige Fahrzeugisolierung)einem sehr soliden Basisfahrzeug gebaut werden kann.
Vom T 5 als Basisfahrzeug würden wir grds. abraten, da das Fahrzeug einfach zu schmal ist und sich nach oben noch weiter verjüngt, so dass bei keinem Ausbau vernüftige Bettenmaße erzielt werden können und gut schlafen ist das alles entscheidende Kriterium im Camper.
Letztendlich ist natürlich das zur Verfügung stehende Kapital und das persönliche Lastenheft ausschlaggebend. Der Nugget ist aber nach unserer Erfahrung mehr ein Freizeitfahrzeug, das in der Regel auf Versorgungseinrichtungen angewiesen ist und für autarke Outdoor-Einsätze mit mannigfaltigen Sportequipment auch nach kostenintensiver Opitmierung nur bedingt geeignet ist, als das Ganzjahres-WoMo.
Nachdem sich bei uns nicht zuletzt durch die insgesamt vielfältigen Ganz-Jahreserfahrungen mit dem Nugget, der \"Draußen zu Hause-Vius\" noch weiter ausgebreitet hat, haben wir uns einen optimierten CS-Amigo in der Ausführung \"Thor Heyerdahl\" (u. a. mit dem wunderbaren Iglhaut Allradantrieb) bestellt, den wir auch wie den Nugget als Ganzjahres-Alltagsfahrzeug nutzen werden.
Deswegen abschließend die Empfehlung, vielleicht auch den CS-Amigo in die Überlegung mit einzubeziehen (auf das Basisfahrzeug gibt es derzeit bis zu 36 % Nachlass!) und ev. ein Vorführfahrzeug zu erwerben. CS bietet nach unserer Beurteilung das dauerhaftere und nachhaltigere Camperkonzept und Nachhaltigkeit hat natürlich schon von jeher einen höheren Preis erfordert.