Moin !
Viele Monate habe ich meinen Nugget âvernachlĂ€ssigtâ â geht ja gar nicht sowas
DafĂŒr habe ich uns in der Zwischenzeit eine PV-Anlage aufâs Hausdach geklöppelt⊠und mich dabei mit dem Stromvirus infiziert (PV macht sĂŒchtig) âŠwas mich wieder zum Nuggetbasteln gebracht hat:
UmrĂŒsten auf LiFePo4
Es gibt eine Unmenge an BeitrĂ€gen in diesem und anderen ForenâŠteils mit recht unĂŒbersichtlichen und abschweifenden âExkursenâ, die mich nicht wirklich weiter gebracht haben â die hilfreichen BeitrĂ€ge herauszufiltern ist da recht zeitaufwendigâŠund nun auch noch mein âSenfâ zu dem Thema ?
Da ich die von mir gewĂ€hlte âVarianteâ so nicht gefunden habe, sind meine Gedanken/ AnsĂ€tze zum Thema âStrom im Camperâ ja vielleicht fĂŒr irgendjemanden Interessant...
Warum eigentlich LiFePo4, wenn doch die Standardlösung mit den beiden 95AH-AGM-Batterien in Verbindung mit dem Solarmodul auf dem Hochdach bereits recht gut funktioniert ?
Meine GrĂŒnde:
- Mehr verfĂŒgbare KapazitĂ€t / mehr Stromreserven fĂŒr sonnenarme Phasen
(Die beiden 95AH- AGM-Batterien lassen nach 7 Jahren langsam etwas nach -sind aber â vermutlich durch permanente Pflege durch Solarstrom â noch erstaunlich gut âin Schussâ)
- Ca. 40Kg Gewichtseinsparung (Batteriegewicht 10kg vs. 52kg !)
Das Reserverad habe ich ja bereits in die Garage gelegt und dadurch zusĂ€tzlich ca. 20 Kg weniger dabeiâŠna jaâŠdafĂŒr nun hĂ€ufig die Powerstation dabeiâŠ)
- Perspektivisch UmrĂŒstung auf gasfreies Fahrzeug / Induktionskochen und somit deutlich erhöhter Strombedarf, welcher ohne Landstrom abgedeckt werden sollte
Viele ForenbeitrĂ€ge und âZutatenâbestellungen spĂ€ter habe ich mich dann anâs Umbauen gemachtâŠund es kam â wie so oft, anders als gedachtâŠ
Ich hatte vor, lediglich einen LiTime- Untersitzakku (12,8V/100AH) einzubauen, da ich damit bereits mehr nutzbare SpeicherkapazitÀt, als mit den beiden AGM-Batterien habe.
Im Zusammenspiel mit dem Solarpanel auf dem Nuggetdach sowie einer optional noch anschlieĂbaren Solartasche kam ich mit dieser Leistung bisher immer gut (ohne Landstrombedarf) klar âŠ
Den LiFePo4-Akku im âAktionsverkaufâ gĂŒnstig erworben stand dieser dann einige Wochen rumâŠbis dann eine neuere Akkuversion â jetzt mit smartem Bluetooth-BMS- angeboten wurdeâŠhĂ€tte ichâs vorher gewusstâŠ
Die neuere Version hat zudem noch weitere Schutzfunktionen â wie z.B. eine Frostschutzabschaltung fĂŒr das Laden âŠdas Ganze fĂŒr einen nur geringen Aufpreis gegenĂŒber der âaltenâ, nicht smarten Version (âAusverkaufstageâ)âŠalso hatte ich plötzlich einen zweiten Akku da stehenâŠ
Victron Orion-Laderegler, FrostschutzwĂ€chter (um die Ladefunktion des Orion bei unter 0°C abzuschalten) und ein neues Landstrom-LadegerĂ€t fĂŒr LiFePo4 hatte ich bereits zeitgleich mit dem ersten (nicht smarten) Akku gekauft.
AGM-Akkus raus und probehalber beide LiFePo-Akkus in die Blechwanne gestellt stellte ich fest, dass die VerstĂ€rkungs/KlemmrĂ€nder der Akkus etwas âĂberstehenâ und die Akkus dadurch nicht ganz passenâŠwas sich aber unter Zuhilfenahme eines Multitools schnell Ă€ndern lĂ€sst (Rand etwas abschneiden)âŠdann passen die Akkus perfekt in die WanneâŠ
Habe dann vor dem Einbau des smarten Akkus noch eine dĂŒnne Hartschaum-Isolierplatte zur DĂ€mmung/thermischen Trennung auf die Blechwanne gelegt â und den Akku darauf platziert.
Bei Einbau von zwei Akkus passt der Ladebooster nicht mehr unter den BeifahrersitzâŠauĂen am Sitz will ich das Teil âeigentlichâ nicht haben â auch wenn das fĂŒr die WĂ€rmeableitung besser wĂ€reâŠ
Habe erstmal ohne Ladebooster den smarten Akku angeschlossen und diverse Tests (Laden ĂŒber LiMa, Laden ĂŒber Landstrom, jeweils mit Verbrauchern an oder aus⊠) durchgefĂŒhrt.
Da ĂŒber die App die Ein- und Ausgangswerte des Akkus einfach abgelesen werden können, war das Ganze recht einfach.
Der Akku war zu ca. 82% voll, als ich mit den TestlĂ€ufen begonnen habeâŠin der Spitze sind beim LiMa-Laden knapp 70A âreingegangenâ â ohne Ladebooster âŠ
Dann ab ca. 93% Ladestand an Landstrom angeschlossen (mit unverĂ€ndertem Original Brilon-LadegerĂ€t !)âŠund bis 100% vollgeladenâŠfunktioniert bis dahin problemlos â ist aber derzeit auch warm drauĂen und die Ladespannung liegt dadurch im empfohlenen BereichâŠ.
ZunĂ€chst belasse ich es so und werde weitere Tests machen (lĂ€nger am Landstrom lassen, LiMa-Laden bei fast leerer Batterie, bei kĂ€lteren Temperaturen/Spannungsanhebung etc.) âŠ
Ich konnte mit der App schön die Funktion des Ausschalters fĂŒr die Start- Stopp-Funktion âvisualisierenââŠnach dem Ausschalten der Start/Stoppfunktion flieĂen doch tatsĂ€chlich noch einige Ampere mehr in den Akku

âŠda die Lebensdauer von LiFePo4-Akkus durch eine Ladestandsbegrenzung von ca. 80% lt. Expertenaussauge erhöht wird, ist somit eine Option zur Akkuschonung bei lĂ€ngeren Fahrten gegeben â sehr gutâŠ
Habe mir nun ĂŒberlegt, das ich den zweiten (nicht smarten) Akku nicht stĂ€ndig âunnötigâ durch die Gegend fahren möchte (der LiFePo4-Umbau stand ja auch unter dem Vorzeichen der Gewichtsreduzierung) â somit wird dieser bei Bedarf (Wintercamping) einfach (sinnvollerweise vogeladen) vor den Beifahrersitz gestellt (in eine noch zu konstruierende Halterung) und an die fest eingebaute Batterie ĂŒber den Anderson-Stecker parallel angeschlossen !
Das sollte solange funktionieren, wie die Batteriespannungen einigermaĂen gleich sind (derzeit gegeben)âŠsonst sind die Ausgleichsströme vermutlich zu hochâŠmal schauen.
Da ich bei Bedarf ohnehin eine Powerstation mit 230V-Wechselrichterausgang an Bord habe, verzichte ich auf einen fest eingebauten Wechselrichter (mein kleiner 120W-Dometic-Wechselrichter fĂŒr den ZigarettenanzĂŒnder hat gute Dienste geleistet â hat seit Beginn der âPowerstationâĂ€raâ aber ausgedient und wurde nun ârausgeschmissenâ)
Der 50A Andersonanschluss in der Sitzkonsole bietet einige, weitere Möglichkeiten â so kann z.B. eine Powerstation schneller geladen werden, als ĂŒber den ZigarettenanzĂŒnder (unter Beachtung der maximalen LiMa- und Bordnetzbelastbarkeit).
Unsere E-Bike-Akkus lade ich schon seit langem ĂŒber einen einstellbaren DC-DC-Wandler â hier reichte bislang immer der Zigarettenanschluss, welcher jedoch recht warm wurdeâŠauch hier ist der 50A-Andersonstecker sicher die bessere Anschlussmöglichkeit.
Thema LiFePo4-AkkuerwÀrmung im Winter unter 0°C:
HierfĂŒr habe ich vorgesehen, die Warmluft der Standheizung nach Bedarf umzuleiten â in die Kunststoffblende auf der SitzkonsolenrĂŒckseite habe ich dazu eine Ăffnung (im Bereich der Blechöffnungen dahinter) geschnitten â nun muss noch eine passende , faltbare âHaubeâ hierfĂŒr gebastelt werden, die den Warmluftstrom âvariabel einstellbar, umleitetâŠ
ErgÀnzend zum Vorgenannten habe ich auf der Akkuvorderseite (d.h. Richtung Fahrzeugvorderseite) eine mittels USB-Anschluss betriebene Heizmatte platziert.
Auf der Akkuoberseite ist dann schlussendlich eine beheizbare Sitzauflage (12V) drĂŒbergelegt worden, die zum einen etwas dĂ€mmt und hoffentlich auch etwas WĂ€rmestrahlung nach unten abgibt (wollte diese zunĂ€chst unter den Akku legen, da warme Luft ja nach oben steigt âhabe mich aber aufgrund der passgenauen GröĂe fĂŒr die âAbdeckvarianteâ in Verbindung mit dem Warmlufteinlass von der Standheizung entschieden.
Die smarteste Lösung wĂ€re hier sicher eine einstellbare AkkuerwĂ€rmung âab Werkâ im AkkugehĂ€useâŠdiese lassen sich jedoch oft nicht manuell regeln/zeitsteuern o.ĂâŠ.ferner bin ich auch nicht bereit vierstellige Summen fĂŒr die LiFePo4-Lösungen zu zahlen, die so etwas bietenâ dafĂŒr kam ich mit den Standardbatterien zu gut klar und das âKosten/Mehrwert-VerhĂ€ltnisâ stĂŒnde fĂŒr mich dabei nicht im VerhĂ€ltnis âŠdas ist aber natĂŒrlich eine individuelle Sache.
FlexibilitÀt durch Powerstation
Ich habe vor einigen Monaten aus lauter Technikbegeisterung â und zur besseren Ausnutzung unserer ersten, kleinen PV-Anlage Zuhause (Balkonkraftwerk) eine Powerstation gekauftâŠund dann danach im Angebot noch weitere (Ohje) â somit steht bei Bedarf zusĂ€tzliche StromkapazitĂ€t sowie 230V im Nugget zur VerfĂŒgung, wenn denn eine Powerstation mit dabei istâŠ
Etwas ânerdigâ â aber ich mag diese recht flexiblen âTechnikkistenâin Verbindung mit Solar...betrachte das auch als âHobbyâ/ rede mir das damit natĂŒrlich schön â wirtschaftlich sollte das nicht nĂ€her betrachtet werden (wobei Fernsehen oder Aufladen von Notebook & Co. mit PV-Strom aus der Konserve/Powerstation ein âgutesâ GefĂŒhl verursacht - haben wir in unserer PV-Anfangszeit so regelmĂ€Ăig fabriziert und die kleinen Kisten so wenigstens nicht ungenutzt rumstehen lassen

)
Habe auch schon âgasfreieâ Solo-Kurztripps mit Induktionskochfeld ausprobiertâŠfĂŒr Familienurlaub war das bisherige Setup dann aber nicht ausreichend (ohne Landstrom!).
Und wie gehtâs weiter ?
Weiteres Solarmodul â diesmal am Hochdachheck:
Das aufstellbare ETFE-Solarmodul auf dem Hochdach hat sich absolut bewÀhrt und sicher dazu beigetragen, das die werksseitigen AGM-Akkus nach 7 Jahren immer noch in einem recht guten Zustand sind.
Mein Heck-HochdachtrĂ€ger allerdings wurde so selten genutzt (Auf/Abladen irgendwie zu mĂŒhsam), dass ich hier nun stattdessen ein weiteres ETFE-Solarmodul zum Hochklappen montieren werde, welches ich parallel zum bereits vorhandenen anschlieĂeâŠund somit der Autarkiegrad weiter steigt (die neueren ETFE-Module in dieser GröĂe leisten jeweils lt. Herstellerangabe 110WP)âŠdas ist nun mein nĂ€chstes NuggetprojektâŠ
GruĂ
Peter