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Batteriemanagement beim EURO 6 (ab BJ 2017) bei 12V, 220V oder solar - Versuch einer Zusammenfassung

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23 Jan 2019 00:37 - 24 Jan 2019 14:11 #1 von opavomnils
Wir möchten in unserem Nugget mit EURO 6 eine Solaranlage einbauen und hierbei habe ich mich auch allgemein mit dem Batteriemanagement beschäftigt. Es ist eigentlich schon alles im Forum nachzulesen, aber doch in sehr verschiedenen Threads, dabei habe ich einige Abende (auch im Ford-Forum) verbracht.
Deshalb nun für andere Anfänger in diesem Thema zur schnelleren Info und für mich zur Rückkoppelung die folgenden Punkte, die ich herausfand.
Ich bitte zu entschuldigen, dass hier keine Quellenangaben/Links angegeben habe. Es ist mehr ein Gedächtnisprotokoll.

Ich freue mich auf Eure Korrekturen und Bemerkungen!
Die Moderatoren bitte ich, den Thread entsprechend zu verschieben.

1. Ford-Batterien (Starterbatterien)
Unter dem Fahrersitz, 1 x 80Ah, auch AGM (Info von Jogo)
Möglichkeit der Stromentnahme und auch Aufladung am „Kundenanschlusspunkt“ hinter dem Fahrersitz (max. 60A)

2. Westfalia-Batterien (Aufbaubatterien)
Unter dem Beifahrersitz
2 x 95 Ah, AGM, parallel verkabelt
Zum direkten Zugang (z.B. Solareinspeisung) muss Sitz abgebaut werden

3. Ladung mit Lichtmaschine/Start-Stopp-Automatik (SSA)
Die SSA wird beim Anlassen automatisch aktiviert und muss ggfs nach jedem erneuten Start manuell ausgeschaltet werden: Druckknopf links oben neben Tacho mit „A“ im Kreis.
Bei aktivierter SSA wird nicht nur der Motor bei Ampelstopps ausgeschaltet sondern auch weitgehend die Lichtmaschine im normalen Fahrbetrieb (um den Verbrauch zu senken). Bei voller Starterbatterie wird die Lima z.B. nur beim Gaswegnehmen eingeschaltet. Für die Aufbaubatterien ist dies zu wenig.
Man kann sich deshalb angewöhnen, die SSA grundsätzlich auszuschalten. Nachteil: Etwas höherer Spritverbrauch (+0,5 l/100km?? Wirklich?). Wenn deshalb auf einer längeren Fahrt die SSA aktiviert lassen möchte, sollte man zuvor die Batterien mit 220V gut geladen haben.

- Jogo sieht das in seiner Antwort etwas anders - siehe 1.Beitrag unten

4. Ladung mit 220V
Sobald 220V angelegt sind, werden die Aufbaubatterien mit ca 10A, die Starterbatterien mit max 4 A geladen. Nach spätestens 24 Std am Netz sind die Aufbaubatterien voll geladen. Ein separates Laden der Ford-Batterien ist nicht mehr nötig.

5. Solar
… ist grundsätzlich sinnvoll, wenn man länger als 2-3 Tage frei stehen will und/oder die Fahrzeit dazwischen zu kurz zum Aufladen ist.
Mindestens genauso wichtig ist die Erhaltungsladung für alle Batterien, wenn das Fahrzeug länger (> 2-4 Wo) steht und 220V nicht erreichbar sind.
Die meisten haben 100W fest auf dem Dach verbaut, es sind aber auch mobile Kollektoren im Kommen. Zur Einspeisung geht man am besten direkt an die Aufbaubatterien (Beifahrersitz abbauen), um Leitungsverluste und – überlastungen zu vermeiden. Um auch die Starterbatterie leicht zu laden, kann man bei einem Solarregler mit 2 Ausgängen ein Kabel zum Kundenanschlusspunkt ziehen. – Oder gibt es einen internen Stromfluss von Aufbau- zu Starterbatterie?
Der Solareinbau insgesamt würde den Rahmen dieses Threads sprengen (kommt vielleicht noch)

6. Westfalia-Zentralelektronik-Anzeige
Zeigt die Spannung der Aufbaubatterien exakt an.
Das Balkendiagramm für den Ladezustand zeigt nur näherungsweise den Ladezustand, vielen Nuggetfahrern ist dies zu ungenau. Westafalia schreibt selbst, dass zur korrekten Anzeige ein Verbraucher > 0,5 A laufen muss.
Um die Spannung der Starterbatterie abzulesen, kann man einen Spannungsanzeiger (gibt´s oft zusammen mit USB-Lader) in den Zigarettenanzünder (nur vorne!) stecken. Eine andere Möglichkeit zur Spannungskontrolle ist die Funktion der Selbstdiagnose in der Tacho-Anzeige von Ford (hier im Forum beschrieben).

7. zusätzliche Anzeigen vom Solarregler
Der Solarregler kann die Spannung des Solarmodules und der Batterie sowie den Ladestrom anzeigen. Der Ladestrom kann auch über die Zeit (eingespeiste Energiemenge, Ah) angezeigt werden.
Diese Anzeigen können helfen, z.b. die Solarzelle besser auszurichten oder zu erkennen, wenn eine Reinigung fällig wird. Je nach Modell gibt es die Möglichkeit, diese Werte mit einer aufpreispflichtigen Fernanzeige oder über bluetooth (bereits eingebaut) anzuzeigen.
Der Ladezustand der Batterie wird jedoch nicht angezeigt, hierzu braucht man einen…

8. Batteriecomputer
… z.B das Modell von Kai hier im Forum oder von Victron. Kostet natürlich auch wieder etwas, und man muss zusätzlich einen Mess-Shunt einbauen, um den gesamten Strom durch die Aufbaubatterien zu messen.
Man kann also auch den tatsächlichen Ladestrom während der Fahrt (mit/ohne SSA/Lichts an oder aus...) kontrollieren.
Wenn man genauer den Ladezustand Bescheid weiss, kann man z.B.einzelne Verbraucher gezielter ausschalten oder gezielter nachladen. Oder unkontrollierte Verbraucher früher aufspüren. Und es ist ein tolles Gadget für Technik-Fans…

Ich hoffe, es sind nicht allzu viele Fehler drin und würde mich Kommentare oder Korrekturen sehr freuen.

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23 Jan 2019 16:11 #2 von Jogo@S
Hallo Opavomnils,

hier wie geünscht ein paar Anmerkungen:

1. Ford-Batterien (Starterbatterien)
Unter dem Fahrersitz, 2 x 75Ah ?, (Nass- oder AGM?)
Parallel verkabelt (wegen erhöhter Anforderungen bei Start/Stopp-Automatik ab EURO 6)

-> Ab Bj 2017 nur 1x80Ah AGM, auch mit Stopp/Start - damit auch nur einfach verkabelt

3. Ladung mit Lichtmaschine/Start-Stopp-Automatik (SSA)
...
Bei voller Starterbatterie wird die Lima z.B. nur beim Gaswegnehmen eingeschaltet. Für die Aufbaubatterien ist dies zu wenig.
Man kann sich deshalb angewöhnen, die SSA grundsätzlich auszuschalten. Nachteil: Etwas höherer Spritverbrauch (+0,5 l/100km?? Wirklich?). Wenn deshalb auf einer längeren Fahrt die SSA aktiviert lassen möchte, sollte man zuvor die Batterien mit 220V gut geladen haben.

-> zumindest ab Bj 2018 hat SSA keinen direkten Einfluss auf Generator, nur mit eingeschaltetem Licht lädt Generator.
Auch bei mit 220V voll geladenen Batterien leert längeres Fahren diese auf 80%
Hier gibt es Vorschläge (Umprogrammieren / Schalter an Pin unter Beifahrersitz), werde das im Frühjahr angehen
oder eben immer Licht an.

4. Ladung mit 220V
Sobald 220V angelegt sind, werden die Aufbaubatterien mit ca 10A, die Starterbatterien mit max 4 A geladen. Nach spätestens 24 Std am Netz sind die Aufbaubatterien voll geladen. Ein separates Laden der Ford-Batterien ist nicht mehr nötig.

-> ab Bj2017 nur eine Ford Batterie, wird über Axxelion-Gerät geladen, separates Laden der Ford-Batterie ist nicht mehr nötig. (aber sehr wohl bei früheren Modellen mit 2 Ford Batterien)

Grüße

Jogo

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23 Jan 2019 21:39 #3 von airlinetycoon
erstmal danke für die Zusammenfassung.

@Jogo
Habe eine Frage zu "oder eben immer Licht an."
Du meinst damit "normales" Abblendlicht? Muss der Lichtschalter dazu auf "ein" stehen oder reicht es wenn das Licht sich auch automatisch in der Stellung "auto" einschaltet? Warum macht Ford/Westfalia sowas? Würde es nicht reichen einfach zu fahren?

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23 Jan 2019 23:07 - 23 Jan 2019 23:10 #4 von opavomnils
Hallo Jogo,
vielen Dank für Deine interessanten Infos, habe ich so gut es ging eingepflegt.

Zum Thema Batterieladung über die Lima beim EURO 6 - unabhängig vom SSA-Schalter - ist wohl das das letzte Wort noch nicht gesprochen.

1. Ich sehe auch die Frage: welches Licht muss angeschaltet sein, damit die Lima lädt? Reicht auch Tagfahrlicht (lt. Ford 2 x 15 W)? Oder reicht auch ein anderer Verbraucher? Dann wieviel Ampere? Wenn Lima an, dann werden aber alle Batterien geladen?

2. Entladung der Batterien im Fahrbetrieb "auf 80%" - gilt auch für die Westfalia-Batterie? Also dann Stromfluss (über das Axxelion-Gerät) von Westfalia in Ford-Bordnetz? (hatte glaube ich Kai schon nachgewiesen)

Elektrisierte Grüße Max

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24 Jan 2019 06:44 #5 von Jogo@S
Hallo zusammen,

Thema SSA-Schalter und Licht an wurde hier diskutiert in den Beiträgen ab #11 auch wenn der Titel zunächste in etwas andere Richtung führt.

Dort wurden auch Vorschläge gemacht, wie evtl. mit Schalter Verhalten zu ändern ist (BEMM), möchte ich aber erst im Frühjahr angehen.

Licht einschalten muss Abblendlicht sein, Tagfahrlicht reicht nicht. Könnt ihr ganz einfach nachprüfen: USB-Lader mit Spannungsanzeige an Zigarettenanzünder (zeigt bei stehendem Motor Spannung der Ford Batterie, sonst gemeinsame Spannung). Beim Fahren ohne Licht Spannung ca. 12.5 V -> Batterie entlädt meistens, mit Licht 13,5 V -> Batterie wird geladen, auch wenn nicht mit 14,5 V.

Und ja, Entladung auf 80% gilt auch für Westfalia-Batterien. Bei laufendem Motor ist Trennrelais geschlossen, alle Batterien werden sofort parallel geschaltet und es findet ein Ladungsausgleich statt. Nur bei stehendem Motor trennt das Relais, daher der Name.

Grüße

Jogo

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24 Jan 2019 14:07 #6 von opavomnils
@Jogo: nochmals Danke, jetzt wird mir einiges klarer. Den von Dir verlinkten Thread hatte ich tatsächlich auch nicht gefunden.
Die Kontrolle der Ladeströme mit/ohne Licht an/SSA geht natürlich mit einem Batteriecomputer auch leichter!
Vielleicht werde ich mir doch so ein Ding einbauen...

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17 Mär 2019 22:51 - 18 Mär 2019 05:17 #7 von bakasana

opavomnils schrieb: ...
5. Solar
… . – Oder gibt es einen internen Stromfluss von Aufbau- zu Starterbatterie?
...
.


Hallo Max,

den Stromfluss gibt es und er lässt sich auch schön abgreifen. Kabel ziehen ist nicht notwendig. Siehe hier: Solar - Frage zur Einbindung der Starterbatterie .

Gruß
Christoph

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Letzte Änderung: 18 Mär 2019 05:17 von tourneo. Grund: zitat gekürzt

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23 Apr 2019 22:56 #8 von opavomnils
So, jetzt habe ich mit auch endlichen ein USB-Ladegerät mit Spannungsanzeige für den Zigarettenanzünder gekauft und kann die Angaben von Jogo (vielen Dank nochmal!) voll und ganz bestätigen:

Beim Fahren werden Ford- und Aufbaubatterie nicht automatisch geladen, wenn sie noch ausreichend Restkapaziät/-Spannung haben. Die Entscheidung fällt die Elektronik von Ford, wohl auch um die EURO 6 Norm zu halten.

Wir standen jetzt 3 Tage frei, mit Kühlschrank, 1 Nacht Heizung. Am Westfalia-Kombiinstrument fehlten 3 Striche der "Kapazitäts" Messbalken (Batteriespannungen um 12,3-12,5V) - recht gut, wie ich denke.

Auf der Heimfahrt erwartete ich ein Wiederaufladen, das war aber nur während der ersten 20min! (Ford-und Aufbaubatterie um 14 V).

Dann ging die Spannung runter auf 12,9V, erst im Ford-Netz und wenige sec später in den Aufbaubatterien!
D.h. keine weitere Aufladung, obwohl 3 Tage Verbrauch!

Start-Stopp-Automatik aktiviert --> kein Effekt
Fuss vom Gas/Schiebebetrieb --> wieder 13,5 bis 14V
Abblendlicht an ---> wieder 13,5 V

Mehrfach ausprobiert. Das Tagfahr- oder Standlicht reicht nicht aus, um die Batterieladung anzuwerfen. Erst das Abblendlicht!

Also: willst Du Deine Batterien während der Fahrt vollständig laden: Abblendlicht an! Gilt auch für den Motor im Leerlauf.
Oder Ladebooster kaufen.
Oder.. (Jogo wollte noch etwas austüfteln)

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24 Apr 2019 08:07 - 24 Apr 2019 08:36 #9 von Batschi
Die selben Erfahrungen habe ich auch gemacht. Ich belaste jetzt beim stehen absichtlich die Starterbatterie stärker ( Radio lange laufen lassen) und erhalte dann beim fahren eine bessere Ladung der Bordbatterien. Auf 3 Reisen von Okt 2018 bis heute habe ich keine probleme mit zu geringer Spannung gemacht. Heizung lief jede Nacht durch und Kühlschrank war auf Stufe 3. Eine Nachrüstung mit Ladebooster oder Solar habe ich hiermit endgültig ab Akta gelegt.
Mein Fahrzeug Nugget plus Baujahr 2018 Zul. 6.2018 Euro 6b
Nachtrag: Ich kann keinen unterschied feststellen wenn ich an Landstrom 48Std. Lade oder die Batterien im Fahrbetrieb lade (wenn sie geladen werden) meine Erfahrung nach ist die Ladung auf der Landstr. besser als wenn ich km600 über eine Autobahn im platten Land fahre.

Nugget plus Zulassung 06/2018, Fahrzeug 340 L2, 130PS, Schaltgetriebe, Euro 6b
Letzte Änderung: 24 Apr 2019 08:36 von Batschi.
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24 Apr 2019 08:18 #10 von galli
Auch wenn Abblendlicht einschalten eine simple Lösung des Ladeproblems darstellt.... finde ich es im Grundsatz eher Widersinnig, den Stromverbrauch (erheblich) zu erhöhen um ein Aufladen der Akkus zu erzwingen. Das ist irgendwie widersinnig.

Wünschen würde man sich einen Schalter, der 1x Aufladen einschaltet (und danach automatisch wieder ausschaltet) . Den könnte man dann 1h vor Ankunft am Campingziel einschalten... und in allen anderen Fällen getrost vergessen. Eine komplette Trennung der Fz und Campingelektrik würde dazu viel besser passen als das für den campingbetrieb ungünstig (weil immer nur teilgefüllt) geschaltete System jetzt. Es ist veraltet und passte zur Lima-Dauerladung beim Vorgängermodell....


Die oben beschriebene Teilweise Ladestraregie der Akkus passt m. E. dagegen viel besser zu Lionenakkus (deren Verschleisminimum im teilgeladenen Bereich liegt) als zu den AGMs.

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aktuell VW T6.1 Kombi DSG , Camperprojekt 2 ....., davor 2 AD-Nuggets, BJ13 125PS und BJ10 140PS
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