Geliebt Autarkes Wintercamping - FAQ's zu meiner Norwegen-Tour mit dem Nugget

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26 Nov 2019 21:38 #1 von Nightowl
Hallo Nugget-Winterfreunde,

"Wintercamping" ist gefühlt gerade in aller Munde - kein Wunder, steht doch der Winter vor der Tür oder ist vielerorts sogar schon da! Wenn man dann in den diversen Blogs, Zeitungsartikeln, Podcasts, Videos, etc. mal genauer hinschaut merkt man schnell, dass damit meist der Winterurlaub auf dem Campingplatz gemeint ist. Ich möchte hier allerdings meine Erfahrungen einer weitestgehend autarken Wintercamping-Tour durch Nord-Norwegen schildern. Dabei habe ich 6 Wochen nördlich des Polarkreises verbracht und bin dabei knapp 5.000 km gefahren.

Vorab ein Hinweis: Ich war von Mitte Oktober bis Ende November in Nordnorwegen unterwegs - meteorologisch und kalendarisch also noch gar kein Winter. Warum ich trotzdem von "Wintercamping" spreche? Nun, ich hatte das Glück, Ende Oktober den frühesten Wintereinbruch seit fast 100 Jahren in der Region Tromsö mitzuerleben. Das hat sich einerseits in jeder Menge Schnee im Herbst und Minustemperaturen bis knapp -30 Grad geäußert. Selbst Einheimische mit denen ich gesprochen habe waren sprachlos und bestätigten mir, dass sie bei diesen Bedingungen definitiv von Winter sprechen würden!

Hier nun ein paar Fragen, die ich vor und während meines Trips häufig gestellt bekommen habe - und natürlich meine (ausführlichen) Antworten dazu. Sollten noch Fragen offen sein, ergänze ich die Themen gern in der Liste. Ansonsten hilft diese Liste hoffentlich allen heutigen und zukünftigen Nugget-Besitzern bei ihrer Planung eines Wintertrips nach Norwegen, oder wohin auch immer… Zwischendrin habe ich auch ab und zu weitere Blogbeiträge von meiner Webseite verlinkt, für alle die mehr wissen/lesen/sehen wollen. Dort gibts dann auch Bilder :)

Hast Du keine Angst als Frau ganz allein im Winter nach Norwegen zu fahren?

Die Frage nach der Angst bekomme ich sehr häufig gestellt, auch generell bei meinen Reisen. Und ich kann nur sagen: Nein, nicht wirklich. Die Frage ist eher, wovor man denn Angst haben sollte. Böse Menschen gibt es zwar überall, aber hier oben in der Kälte vermutlich sehr viel weniger verbreitet als in deutschen Großstädten. Bei einer Panne muss halt der ADAC ran und wilde Tiere werden mich in meinem Nugget auch nicht anfallen… ;-) Mit ein bisschen Organisation und Planung (insbesondere bzgl. des Wetters) habe ich mich während meiner gesamten Reise im Nugget dieses Jahr (9 Monate) nie unwohl gefühlt.

Ist das nicht viel zu kalt im Camper im Winter?

Ich kann natürlich nur für mich und meinen Ford Nugget HD (BJ 2017) sprechen. Aber darin war es mir zu keiner Zeit zu kalt - im Gegenteil! Meist war es sogar wärmer als zu Hause in der Wohnung und die meisten Gäste in meinem Camper haben sich "beschwert", dass es zu warm sei. In der kältesten Nacht hatte ich durchgehend -17,5 Grad - tagsüber bin ich auch mehrere Stunden durch Regionen mit bis zu -28 Grad gefahren oder habe dort gehalten. Geheizt habe ich mit einer 3 KW Dieselheizung - genauer gesagt mit der in meinem Nugget verbauten Eberspächer Airtronic M D3 Plus Luftstandheizung. Diese kann über das Bedienpanel im Nugget temperaturgenau (in 0,5 Grad-Schritten) eingestellt werden. Wenn ich mich tagsüber im Fahrzeug aufgehalten habe, stand die Temperatureinstellung meist zwischen 18,5 oder 20 Grad, nachts habe ich je nach Außentemperatur und Wind 14 bis 17 Grad eingestellt. Alles darüber hinaus führte selbst bei mir Frostbeule zu Schweißperlen. Beim Schlafen waren es oben (gemessen an der Wand) meist zw. 12 und 17 Grad, was sehr angenehm war!

Hinsichtlich der Fußkälte im Bereich unter dem Tisch habe ich im letzten Winter einiges probiert (beheizte Fußmatte, Wärmflasche für die Füße, dicke Hausschuhe) - aber nix hat wirklich dauerhaft die kalten Füße verhindert. Bis ich dann hier im Forum die spezielle "Nugget-Sonderlösung" gefunden habe: ein Alurohr (10 cm Durchmesser, 2,5 m lang) aus dem Baumarkt, welches einfach über den vorderen Lüftungsauslass der Standheizung neben der Schiebetür gestülpt wird. Dieses Rohr bläst die warme Luft jetzt direkt zu meinen Füßen unter dem Tisch - und da sie nach oben steigt, ist auch gleich der ganze Körper warm! Dies führt selbst bei eingestellten 18,5 Grad zu Temperaturen von ca. 25 Grad an den Füßen - was so richtig muckelig warm ist und auch bei höheren zweistelligen Minusgraden noch für heiße Füße sorgte. Eine geniale Lösung für unter 15 €!! Ein kleiner flauschiger Teppich unter den Füßen und ein paar Hausschuhe machten es perfekt.

Von Vorteil ist sicher auch, dass die Nugget-Standheizung die Innenluft erwärmt, statt Außenluft anzusaugen und zu erwärmen. Dies stelle ich mir bei knapp -30 Grad schon schwieriger vor. Aber einen direkten Vergleich habe ich nicht. Ich habe zumindest den Test gemacht und die Heizung ohne laufenden Motor für 1 Stunde bei -27 Grad laufen lassen, da waren es nach wie vor +20 Grad im Nugget, ohne dass die Heizung annähernd auf die maximale Temperatur gestellt werden musste.

Im Vergleich zu Kastenwagen, wo man meist mit dem Kopf in der Nähe der (zugigen) Hecktüren schläft, ist das obere Bett im Nugget aus meiner Sicht praktischer für den Winter. Man schläft mit dem Kopf quasi in der Fahrzeugmitte und bekommt daher auch keine Zugluft von der Heckklappe oder der Schiebetür ab (ja, auch beim Nugget zieht es hinten an der Heckklappe ganz ordentlich kalt rein!). Die Kälte, die durch die Fenster oder die Seitenwände im "Schlafzimmer" hereinkommt ist aus meiner Sicht zu vernachlässigen, wenn man nicht gerade mit einer Sommerbettdecke schläft. Zudem ist es bei aufgebautem Bett oben automatisch angenehm kühl zum Schlafen, wenn man unten im "Wohnzimmer" heizt. Das machte es für mich zum perfekten Wintermobil. Und den Sitzbereich konnte ich morgens nach dem Aufstehen in wenigen Minuten wieder auf angenehme Temperaturen zum Frühstücken hochheizen.

Ich habe übrigens 2 Sensoren, die die Temperatur kontinuierlich aufzeichnen - einer hängt oben an der Wand im Schlafzimmer und einen hänge ich bei Bedarf draußen an den Surfbrett-Träger. Über eine App kann ich dann jeweils den Temperaturverlauf nachvollziehen.

Wieviel Diesel oder Gas braucht man im Winter?

Da meine Heizung mit Diesel läuft, habe ich im Winter keinen höheren Gasverbrauch als im Sommer - bei permanentem Wohnen im Camper und jeden Tag mind. einmaligem Kochen darin hält die 2,75 kg Campingaz-Flasche bei mir in der Regel 7-8 Wochen. Der Dieselverbrauch orientiert sich an der Leistung der Heizung und daran, wie "hart" sie arbeiten muss - sprich, wie kalt es draußen ist. Als es dauerhaft unter -10 Grad war, habe ich Tag und Nacht durchgeheizt, so dass der errechnete Dieselverbrauch (ich nutze hierfür spritmonitor.de) natürlich sehr viel höher war als im Sommer. Er lag fürs Fahren und Heizen zusammen bei 10 bis 16 Litern pro 100 km. Einmal kratzte ich sogar an der 20 l/100 km Marke, da ich hier ausnahmsweise 3 Tage am Stück auf dem Campingplatz stand und nicht gefahren bin. Laut Beschreibung verbraucht die Heizung zwischen 0,11 und 0,38 l pro Stunde, was zwischen 2,64 und 9,12 Litern am Tag entspricht - wobei die 9 l vermutlich nie erreicht werden da die Heizung nicht permanent auf der Stufe "Power" läuft. Realistischer sind bei starken Minusgraden vermutlich eher 5-6 Liter pro Tag, was bei den Dieselpreisen während meines Trips ca. 7,50 - 9,00 € pro Tag entspricht. Nicht ganz günstig, aber ich spare mir den Stress, ständig auf ausreichend gefüllte Gasflaschen zu achten. Eine 11 kg Gasflasche hält erfahrungsgemäß bei solchen Temperaturen nämlich auch nur 2-3 Tage und kostet ebenfalls ca. 35 € (in Island haben wir sogar ca. 50 € bezahlt) - was es im Endeffekt noch teurer macht! Eine Alternative sind LPG-Tanks, die in fast allen Ländern einfach an vielen Tankstellen befüllt werden können. Aufpassen sollte man nur in Finnland, da es dort meines Wissens nach kein LPG-Gas gibt!

Der normale Dieselverbrauch beim Fahren scheint übrigens nicht viel höher zu sein als im Sommer - der Bordcomputer zeigte hier meist zwischen 7,8 und 9,5 l pro 100 km an. Der Verbrauch der Dieselheizung wird dabei nicht mit berücksichtigt.

Gibt es im Winter Probleme mit dem Butangas in den Campingaz-Flaschen?

Anders als die mit Propangas gefüllten typischen 5 oder 11 kg Gasflaschen ist in den blauen Campingaz-Flaschen für den Nugget (oder z.B. VW California) Butangas. Dieses hat die Eigenschaft, bei unter 0 Grad flüssig zu werden und sich nicht mehr zu entzünden. Da die Gasflasche unter der Küche im Nugget - eingeschlossen im Wassertank - sitzt, hatte ich leichte Bedenken, ob sich das Gas bei stärkerem Frost noch entzünden ließe. Die Bedenken haben sich aber zum Glück nicht bestätigt - das Kochen hat immer problemlos geklappt. Einzig als die Flasche so gut wie leer war - da wurde offenbar der kleine Rest am Boden der Flasche zu kalt, so dass die Flamme nur noch sehr schwach war, trotz höchster Einstellung am Herd. Ein Tausch gegen eine volle Ersatzflasche hat aber sofort Abhilfe geschaffen.

Ersatzflaschen (die speziellen Campingaz R 907 Flaschen) lassen sich in Skandinavien übrigens so gut wie gar nicht bekommen, da Butangas hier aus den gerade genannten Gründen quasi nicht genutzt wird. Sinnvoll ist es daher, die Flasche vorher nochmal in Deutschland zu tauschen und bei längeren Reisen (wie meiner) eine volle Ersatzflasche mitzunehmen. Mit dieser Taktik bin ich gut gefahren - und konnte die Ersatzflasche mit einem entsprechenden Aufsatz gleich noch fürs Wintergrillen im Schnee bei -10 Grad nutzen. Die Steaks waren auf jeden Fall extrem lecker! Dabei hat sich das Gas übrigens scheinbar auch nicht zu sehr abgekühlt - zumindest war die Flamme für ca. 20 Minuten ausreichend zum Grillen.

Macht das Auto (Ford Transit) solch strengen Frost bedenkenlos mit?

Nach den positiven Erfahrungen im Wohnraum bei höheren Minusgraden hatte ich eher "Angst" um das Basisfahrzeug. Da in Nordnorwegen fast alle Autos eine Motorvorwärmung (über Strom) besitzen und auch in der Anleitung des Ford Transit Customs darauf hingewiesen wird, dass diese ab -18 Grad sinnvoll ist, habe ich es vermieden, bei tieferen Temperaturen zu übernachten. Nach der Nacht bei durchgehend -17,5 Grad ist der Motor nach kurzem Vorglühen (Zündschlüssel nicht komplett rumdrehen sondern warten bis das Vorglüh-Symbol erloschen ist) noch ohne Probleme angesprungen. Auch das mehrstündige Fahren bei -25 bis -28 Grad hat keine merklichen Veränderungen im Fahrverhalten gezeigt. Ein früheres Problem des Transits, dass der Dieselfilter auf Grund seiner ungünstigen Lage schon bei wenigen Minusgraden einfriert, scheint bei meinem Modell daher wohl nicht mehr zu bestehen.

Wichtig ist auf jeden Fall, das Motoröl, die Kühlflüssigkeit sowie das Scheibenwischwasser vor der Tour auf höhere Minusgrade prüfen zu lassen und ggf. zu ersetzen. Ich habe alles auf mindestens -35 Grad ausgelegt und war bei den entsprechenden Temperaturen auch sehr froh darüber. Der (Winter-)Diesel, den man oben in Nordskandinavien tankt, ist sowieso auf solche Temperaturen ausgelegt.

Was mir Probleme gemacht hat waren die Scheibenwischer. Nach mehrstündiger Fahrt durch ein wildes Schneetreiben haben sich immer wieder Eisklumpen an den Wischerblättern gebildet, die irgendwann - trotz regelmäßigen Haltens und Befreiens vom Eis - dazu führten, dass die Wischer nicht mehr streifenfrei ihren Dienst verrichteten. Da die Blätter jedoch sowieso schon über 40.000 km auf dem Buckel hatten, war eh mal ein Tausch fällig. Hat mich dann ca. 57 € in einer Ford-Werkstatt gekostet. Günstiger wäre es vermutlich gewesen, Ersatzblätter aus Deutschland mitzunehmen.

Positiv überrascht war ich von der Leistung der Heizung im Fahrerhaus. Selbst bei fast -30 Grad wurde diese noch ausreichend warm, um es ohne zu Frieren im dünnen Pullover auszuhalten. Auch die Füße waren dabei noch schön warm! Die Sitzheizung tat natürlich zudem ihr Übriges.

Hast Du den Camper speziell winterfest gemacht vor der Tour?

Ich habe im Nugget keine speziellen Isolierungen o.ä. hinzugefügt, um ihn winterfest(er) zu machen. Außer das schon beschriebene Motoröl, Kühlmittel, Scheibenwischwasser sowie das spezielle Heizungsrohr für die "Fußheizung" unterm Tisch habe ich keine speziellen Maßnahmen ergriffen. Im Bett habe ich mein normales Bettzeug genutzt, welches ich auch schon im Sommer dabeihatte. Um der Fußkälte vorzubeugen habe ich im Bereich unter dem Tisch und vor der Küche jeweils eine kleine Fußmatte - was die Kälte vom Fußboden etwas abhält.

Ansonsten habe ich zur Kontrolle der Temperaturen ein Thermometer mit mehreren Sensoren, die ich im Kühlschrank, im Porta Potti Schrank und im Fach des Frischwasserbehälters unter der Küche platziert habe. In letzterem waren es nie weniger als 3 Grad (plus), ganz hinten im Potti Schrank wurden es schonmal -7 Grad - was aber daran liegt, dass der Radkasten ohne Isolierung darin liegt. In den sehr kalten Nächten habe ich daher die Campingtoilette vorsichtshalber aus dem Schrank herausgeholt. Beim Fahren wurden es (vermutlich durch die Wärme der Raddrehung?) immer Plusgrade, so dass die Toilette während der Fahrt bedenkenlos im Schrank bleiben konnte. Alternativ hätte ich sicher auch etwas Scheibenwischkonzentrat in den Wasserbehälter der Campingtoilette einfüllen können, um ein Einfrieren zu verhindern.

Auch an den Fenstern hatte ich keine spezielle Winterisolierung, sondern lediglich das, was ich auch im Sommer zur Fahrzeugverdunklung genutzt habe. Hinten im Wohnraum haben die standardmäßigen Gardinen überraschend gut die Kälte draußen gehalten (hinter den Gardinen war es auf Grund der Einfachverglasung schon sehr kalt). Das Fahrerhaus hatte ich entweder durch einen selbstgenähten Thermo-Vorhang zwischen Fahrerhaus und Wohnraum abgetrennt oder (bei gedrehtem Beifahrersitz) durch einen ebenfalls selbstgenähten Thermo-Vorhang fürs Fahrerhaus zugehangen. Mehr zu den Selbstbau-Vorhängen, die ich nach Inspiration durch andere Nugget-Fahrer nachgebaut habe, gibt es hier und hier .

Was hast du an speziellem Zubehör für den Winter mitgenommen?

Neben dem Alurohr für die Heizung habe ich lediglich einen Schneebesen mit Teleskopstiel und einen Klappspaten zum Schneeschaufeln mitgenommen. Mit dem Schneebesen konnte ich - stehend im Bett - aus dem großen Dachfenster wunderbar den Schnee vom Dach fegen. Und da lagen durchaus mal 20-30 cm über Nacht! Schneeketten hatte ich bewusst KEINE dabei, aber dazu gleich mehr wenn es um die Reifenwahl geht.

Außerdem Winter sinnvoll, aber bei mir sowieso immer Auto, waren Taschen- und Stirnlampe, Abschleppseil und ein Befüllkanister zum Auffüllen von Trinkwasser.

Friert da nicht das Wasser im Camper ein?

Dass diese Frage berechtigt ist, habe ich schon von einigen Kastenwagenfahrern gehört und in Island im Leihcamper bei -16 Grad auch selbst erleben dürfen. Je nach Lage der Tanks und vor allem der Wasserleitungen frieren diese nämlich im schlimmsten Fall schon bei einstelligen Minustemperaturen ein. Der Nugget hat kein spezielles "Winterpaket", wie es für manche Kastenwagen angeboten wird. Allerdings hat er den großen Vorteil, dass die Tanks (Frischwasser und Abwasser) innenliegend unter der Küche verbaut sind und vor allem die Wasserleitungen in der (beheizten) Fahrzeugmitte verlaufen. Somit kann bei durchgehend laufender Heizung so schnell nichts einfrieren - laut Anleitung bis ca. -10 Grad. Ich hatte auch bei den oben genannten -17,5 Grad (nachts über viele Stunden) und bis zu -28 Grad (tagsüber für wenige Stunden) keine Probleme. Auch meine Trinkwasservorräte im Getränkefach haben alles gut überstanden.

Was ich mich allerdings nicht getraut habe war, bei mehr als -20 Grad das Grauwasser abzulassen und den Frischwassertank randvoll zu befüllen.

Dass es am Boden des Fahrzeugs aber doch recht kalt wird, habe ich an meiner Milch gemerkt. Diese lagerte auf dem Boden des hinteren Küchenfachs und hatte über Nacht leichte Eisstücken gebildet. Naja, es gibt Schlimmeres als Frozen Corn Flakes :laugh:

Hattest Du große Probleme mit Kondenswasser?

Witzigerweise hatte ich die meiste Zeit sogar eher ein gegenteiliges Problem: zu trockene Luft. Wenn es draußen sehr kalt war und nicht geschneit hat, sind die Scheiben so gut wie gar nicht beschlagen (lediglich die Frontscheibe unten ca. 5-10 cm, was dann auch von innen gefroren war). Die Luftfeuchtigkeit im Wohnraum ist dann sogar auf bis zu 20% heruntergegangen, was für die Nasenschleimhäute irgendwann problematisch wurde. Ein entsprechendes Spray mit einem speziellen Nasenöl hat hier allerdings Abhilfe geschaffen.

Kondenswasser an den Scheiben gab es bei mir höchstens, wenn es draußen feucht war (Regen oder Schnee) und/oder ich längere Zeit Suppe o.ä. gekocht habe. Dies ließ sich aber recht schnell entfernen oder durch kurzes Lüften wegbekommen. Auch in den Schränken hielt sich die Kondenswasserbildung in Grenzen. Beispielsweise lagere ich den Nachschub an Toilettenpapier im Potti-Schrank ganz hinten neben dem Radkasten. Am trockenen Papier konnte ich gut sehen, dass es hier keine "Tropfsteinhöhle" gab.


... weiter in Teil 2

Alleinreisend im Nugget HD, 170 PS, Magnetic-Grau, EZ 05/2018
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26 Nov 2019 21:40 - 26 Nov 2019 21:42 #2 von Nightowl
... Teil 2

Gibt es im Winter Einschränkungen beim Freistehen?

Norwegen ist ja generell als sehr freisteh-freundliches Land bekannt. Das Jedermannsrecht gilt zwar - anders als es häufig verbreitet wird - nur für nichtmotorisierte Reisende, trotzdem ist man in Skandinavien meist sehr tolerant was das Freistehen außerhalb von Campingplätzen angeht. Im Winter gibt es jedoch ein anderes Problem: Nicht jeder Platz, der im Sommer zum Freistehen geeignet ist, ist im Winter geräumt oder überhaupt zugänglich. Viele der Plätze außerhalb der E-Straßen waren während meiner Reise nicht geräumt und somit für mich nicht nutzbar. Daher mussten häufig Rastplätze an der E-Straße für die Übernachtung herhalten, was aber weniger schlimm war als es klingt. Meist war ich in "gute Gesellschaft" von ein paar LKW-Fahrern oder (selten) anderen Campern. Der Lärm der Straße hielt sich in der Nacht auch sehr in Grenzen, so dass ich meist ruhige Nächte verbracht habe.

Wenn es Nachts viel geschneit hatte, dann war ein geräumter Platz (da sind die Norweger wirklich fleißig!) Gold wert - so musste ich nur den Schnee um den Nugget herum wegschaufeln um vom Parkplatz wegzukommen. Ein nicht geräumter abgelegener Parkplatz hätte da schon etwas schwieriger werden können.

An "No-Camping" Schilder, die es mittlerweile auch schon recht häufig an schönen Plätzen in Norwegen gibt, habe ich mich aber trotzdem gehalten und dort nicht übernachtet. Vermutlich hätte es jetzt im Winter keinen so wirklich gestört, aber man muss es ja nicht provozieren.

Gefunden habe ich die Plätze meist über die App "Park4Night". Da kann man schon vorher anhand der Bilder, Beschreibungen und Kommentare sehen, ob der Platz geeignet sein könnte. Ich habe dann immer versucht, noch möglichst im Hellen dort anzukommen, um notfalls noch auf andere Plätze ausweichen zu können.

Gibt es im Winter auch geöffnete Campingplätze?

Da ich nur sehr selten auf Campingplätzen war in den insgesamt 9 Wochen (3 x), kann ich dazu nur bedingt etwas sagen. Aber natürlich hat nur ein geringer Teil der Plätze auch in den Wintermonaten geöffnet - und wenn, dann manchmal auch nur eingeschränkt. Um nach den Öffnungszeiten zu filtern, habe ich die ADAC Camping App genutzt, da konnte ich auf einen Blick (nahezu) alle im Winter geöffneten Camping- und Stellplätze sehen. Bei den 3 Campingplätzen die ich besucht habe, habe ich jeweils vorher angerufen und mich versichert, dass sie auch wirklich offen haben.

Wie bekommt man denn im Winter ausreichend Strom?

Vor meinem Norwegen-Trip hatte ich den Nugget ja trotz Dauernutzung für ganze 7 Monate nicht am Landstrom, sondern habe die Batterien ausschließlich über die Solaranlage oder beim Fahren aufgeladen. Überraschenderweise hätte ich auch in Norwegen nie an den Strom gemusst, wenn ich jeden oder spätestens jeden zweiten Tag für 1 bis 2 Stunden gefahren wäre. Da ich allerdings einmal für 3 Tage in Tromsö auf dem Campingplatz gestanden habe, musste ich dann doch auf externen Strom zurückgreifen.

Zur Erklärung hier noch meine aktuelle Konfiguration: Ich habe eine 120 Wp Solaranlage auf dem Dach, die in Norwegen im Winter aber natürlich nichts bringt. Zudem habe ich einen 30 A Ladebooster, der die Wohnraumbatterien (die 2 im Nugget standardmäßigen AGM-Batterien à 95 Ah) während des Fahrens effizient und zuverlässig lädt. Verbraucher habe ich vergleichsweise viele, da ich den Kühlschrank, einen LTE-Router und (meist) auch die Heizung im Dauerbetrieb laufen hatte und zudem jeden Tag i.d.R. für mehrere Stunden den Laptop sowie das Tablet, Smartphone, mehrere Kameras und ab und zu die Drohnenakkus geladen habe. Eine genaue Kontrolle meiner Batteriekapazität hatte ich über die App von BlueBattery (und einen entsprechend verbauten Solar- und Batteriecomputer). Dank der internen Aufzeichnung konnte ich genau sehen, wieviel ich jeden Tag verbraucht hatte - was im Schnitt ca. 40-50 Ah pro Tag waren, also 20-25% Batteriekapazität. Um diese wieder aufzuladen, reichten in der Regel ca. 1,5 Stunden Fahren (oder im Notfall mal den Motor laufen lassen) pro Tag - oder eine längere Fahrt wenn ich mal zwei Tage irgendwo gestanden habe. Für diese Temperaturen (unterm Sitz wurde es laut Aufzeichnung von BlueBattery minimal 2,7 Grad kalt) und meinen doch recht üppigen Verbrauch finde ich das durchaus beachtlich - zumal die Batterien ja vor der Tour auch schon 1,5 Jahre auf dem Buckel hatten.

Der Ladebooster hat (fast) immer super funktioniert - nur an einem Tag hatte er scheinbar keine wirkliche Lust. Am nächsten Tag war aber alles wieder in Ordnung. Danke an dieser Stelle nochmal an Kai von BlueBattery (auch hier im Forum unterwegs), der mir mit Rat und Tat zur Seite stand!

Wo und wie kann man im Winter ver- und entsorgen?

Da ich bisher nur in Nordnorwegen im Winter unterwegs war, kann ich auch nur für dieses Land sprechen. Hier war die Ver- und Entsorgung durchaus manchmal problematisch. Da ich ja nur in 5 der insgesamt knapp 70 Nächte auf einem Campingplatz gestanden habe, kann ich hinsichtlich der Möglichkeiten auf Campingplätzen im Winter nur bedingt Auskunft geben. Auf den 3 Campingplätzen die ich besucht habe (in Tromsö, auf Senja und auf den Lofoten) war das Ver- und Entsorgen einmal komplett möglich, einmal gar nicht möglich und einmal zur Hälfte möglich. Das Problem - ob auf Campingplätzen oder anderen Ver- und Entsorgungsplätzen - waren meist die Wasserhähne. Um ein Einfrieren zu verhindern, sind diese im Winter i.d.R. abgestellt, so dass man Frischwasser eher umständlich über Kanister an Wasserhähnen (auf Campingplätzen, in Tankstellen oder auf Rastplätzen) holen muss. Ganz selten konnte ich mal direkt per Schlauch aus dem Wasserhahn befüllen. Bei max. 40 Liter Frischwasser im Nugget geht dies noch halbwegs gut - 120 Liter möchte ich auf diese Weise aber nicht unbedingt auffüllen müssen. Ich habe es daher auch immer so gemacht, dass ich bei passender Gelegenheit immer mal einen 12 l Kanister Wasser aufgefüllt habe, so dass ich selten mehr als einen Kanister bei einem Stop nachfüllen musste.

Die Chemietoiletten-Entsorgung war noch an vielen Stationen möglich - insbesondere gab es gefühlt sehr viele (kostenlose) automatische Stationen, die allerdings für meine Dometic Campingtoilette nicht geeignet waren. Problematisch war aber auch manchmal hier das Nachspülen der Kassette mit Wasser, da auch dieses häufig abgestellt war. Dafür hatte ich meist noch einen vollen 10 l Kanister in Reserve dabei.

Grauwasser-Entsorgung gab es gefühlt wenige in Norwegen - oder zumindest wenige, die im Winter nutzbar waren. Dafür musste daher manchmal einfach ein Gulli auf dem Rastplatz herhalten. Da ich jedoch keine Chemie o.ä. im Tank verwende und auch auf biologisch abbaubares Spülmittel usw. achte, ist dieses denke ich durchaus zu vertreten.

Gesucht (und gefunden) habe ich die Entsorgungsstellen übrigens meist über die Park4Night App. Dort kann man über die "Schnellsuche" gezielt nach Einträgen mit entsprechenden Eigenschaften suchen. Das hat prima funktioniert - allerdings würde ich mich gerade im Winter nicht darauf verlassen, dass jede eingetragene Station auch nutzbar ist.

Wie hast Du denn das mit dem Duschen gemacht?

Der Nugget hat ja keine Dusche an Bord, was ich in Norwegen im Winter allerdings auch absolut nicht schlimm fand. Auf Grund der Problematik der Frischwasserversorgung hätte ich eine Dusche - selbst wenn ich sie gehabt hätte - vermutlich gar nicht genutzt. Es gibt nämlich recht viele Alternativen, die für mich perfekt passten. An vielen Tankstellen (meist Circle K) gibt es nämlich Truck Stops, die neben Toiletten auch Duschen und manchmal sogar Waschmaschinen und Trockner hatten. Dort kann man meist für ca. 3 Euro (in Ausnahmefällen auch mal 8 Euro) warm duschen, was unkompliziert und angenehm ist. Auch diese Tankstellen habe ich über die "Schnellsuche" in Park4Night gefunden.

Ansonsten gibt es natürlich auf den Campingplätzen Duschmöglichkeiten, die meist aber noch zusätzlich zur Übernachtung bezahlt werden müssen. Manche Campingplätze sind wohl auch so nett, das Duschen auch ohne Übernachtung gegen eine kleine Gebühr zu erlauben - das kann ich allerdings nicht aus eigener Erfahrung sagen, weil ich es nicht brauchte.

Alternativ habe ich mir auch mal die Haare mit Hilfe einer Trinkflasche und dem warmen Wasser einer (äußerst sauberen) Raststättentoilette gewaschen - und den Rest des Körpers dann per Katzenwäsche am Nugget-Waschbecken. Das war kein wirkliches Problem.

Braucht man Spikes um auf den glatten Straßen zu fahren?

Dies war eine meiner größten Sorgen im Vorfeld, da ich ja schon wusste, dass der Nugget nicht gerade ein Traktionswunder ist. Ich habe mich daher schon recht lang vor der Reise mit der Möglichkeit von Spikereifen beschäftigt. Die ganze Geschichte, und wie ich dann über Umwege sogar zu eigenen Spikereifen gekommen bin, gibt es hier in meinem Blogbeitrag zu lesen: https://nacht-lichter.de/nordnorwegen .

Wer übrigens ebenfalls eine Reise nach Nordnorwegen im Winter plant und sich keine Spikes kaufen möchte, kann mich gern kontaktieren wegen eines Verleihs. Ich habe die Continental Vancont Ice passend für den Nugget, mit Stahlfelgen und Reifendruckkontroll-Sensoren. Zur Info: Die vier Spike-Reifen haben mich in Schweden inkl. 2x Reifenwechsel, Einlagerung der Winterreifen während der Reise und Programmierung der Sensoren ca. 1.400 € gekostet. Sie lagern nach der Reise bei mir zu Hause in der Nähe von Braunschweig…

Im Nachhinein bin ich allerdings heilfroh, dass ich mit Spikes gefahren bin, da die Straßen teilweise wirklich aus blankem Eis bestanden haben. Gestreut oder schwarz geräumt wie bei uns wird hier nämlich nur ganz selten. Daher ist hier aus meiner Sicht mit normalen Winterreifen nicht nur das Fahren gefährlich(er), sondern auch das Anfahren an leichten Steigungen auf Parkplätzen oder Kreuzungen wäre problematisch geworden… Mit den Spikes ging das Fahren dagegen generell sehr gut und entspannt. Ich bin trotzdem eher vorsichtig gefahren (60-80 km/h) und wurde meist von allen überholt - aber ich war ja auch nicht auf der Flucht. Und besser so, als später im Graben zu liegen. Solche gab es nämlich auch - in der Nähe von Tromsö habe ich zum Beispiel einen Ford Ranger mit Spikes (und vermutlich Allrad) neben der Straße liegen sehen - deren junge Insassen (ich vermute mal Touristen) waren scheinbar etwas übermütig unterwegs.

Einen Anfahrtest habe ich mal auf einer nicht befahrenen Straße mit geschätzt 9% Steigung gemacht. Bei Schnee und Eis auf der Fahrbahn habe ich es allerdings trotz Spikes nicht geschafft, aus dem Stand anzufahren - dazu ist der Nugget mit seinen 3t und Frontantrieb dann wohl doch zu schwer. Mit Schwung geht es aber sehr gut - man darf nur nicht anhalten :-)

Etwas schwieriger zu Fahren als Eis war eine mehr oder weniger festgefahrene Schneedecke. Bei meiner Fahrt quer durch Senja (mehr zu Senja gibt’s hier im Blog: https://nacht-lichter.de/senja-winter ) hat es zum Beispiel ziemlich stark geschneit, so dass sich trotz Räumdienst eine Schneeschicht auf der Straße gebildet hat. Die Reifen haben immer noch ganz gut gegriffen, aber ab und zu kam der Nugget beim Bremsen oder stärkerem Beschleunigen (am Berg z.B.) etwas ins Schleudern. Nicht allzu schlimm, aber man sollte darauf vorbereitet sein.

Schneeketten hatte ich übrigens keine dabei. Ich hatte verschiedene Leute gefragt und schließlich entschieden, dass ich mit den Spikes wohl auf allen (schnee)glatten Untergründen genauso gut anfahren kann wie mit Ketten. Und wenn der Schnee zu hoch wird und man hängen bleibt, helfen die Ketten auch nicht wirklich weiter. Da die Straßen aber - trotz teilweise meterhohem Schnee an der Seite - immer gut geräumt waren, war das kein wirkliches Problem.

Wer im Winter mit dem eigenen Auto zum Nordkap fahren möchte, sollte sich vorher mit den "Regeln" der Konvoifahrt befassen - diese ist nämlich meist angesagt dort oben. Alle Infos dazu gibt’s hier: https://www.nordkapp.no/de/ntw/winterexpedition .
Ich kam Ende Oktober glücklicherweise noch ohne Konvoi bis zum Nordkap und konnte daher auch dort übernachten. Die letzten 13 km sind allerdings tatsächlich nicht ohne, da es dort mit ca. 9% für 3 km auf schneebedeckter Straße bergauf geht. Stehenbleiben sollte man da besser nicht… Einen ausführlicheren Bericht zu meinem Nordkap-Besuch gibt es bei mir im Blog: https://nacht-lichter.de/nordkap .

Ansonsten empfiehlt es sich, regelmäßig die Verkehrslage auf Sperrungen o.ä. zu prüfen. Das geht hier ganz gut, allerdings nur auf Norwegisch: https://www.vegvesen.no/trafikkbeta . Den Text der Meldungen kann man aber ganz gut kopieren und von Google übersetzen lassen.

Übrigens, Spikes sind nicht nur für die Reifen gut, sondern sollten auch für die Schuhe eingepackt werden. Die Parkplätze waren teilweise spiegelglatt, so dass man sich ohne Spikes hier fast nicht halten konnte.

Trifft man um diese Jahreszeit dort viele andere Camper?

Nun war ich noch nie im Hochsommer in Norwegen, aber ich kann sagen, dass es im Oktober / November nur noch sehr vereinzelt (verrückte) Camper wie mich gab, die sich hier oben rumgetrieben haben. Dafür kommt man meist mit denen die man trifft in ein nettes Gespräch. Einen Schweizer mit einem VW T3 Bulli habe ich sogar über mehr als 2 Wochen immer wieder getroffen und wir haben einige netten Abende bei leckerem Essen im Nugget (oder in seinem Bus) verbracht.
Kurz vor Kiruna (Schweden) habe ich übrigens den einzigen anderen Nugget getroffen. Die beiden wollten auch noch zum Nordkap hoch, ich habe sie allerdings nicht mehr wiedergesehen. Falls sie hier unterwegs sind, meldet euch doch mal, würde mich interessieren wie es euch ergangen ist!

Man muss aber sicher keine Angst haben, dass ein Freistehplatz schon überfüllt ist - wie es im Sommer wohl manchmal der Fall ist ;-)

Wie war das Wetter im Oktober / November?

Neben dem Jahrhundertwintereinbruch im Oktober (mehr dazu gibt’s hier, allerdings nur in Englisch: https://www.newsinenglish.no/2019/11/07/norway-cold-from-north-to-south/ ) habe ich glaube ich so ziemlich alles erlebt, von herrlichster Sonne, über fiesem Sturm und Regen bis hin zu Schnee und Eis. Im Schnitt war das Wetter allerdings meist gut bis sehr gut (für mich als Fotografen). Nur auf den Lofoten hatten wir eine Woche lang ziemliches Pech, hier gab es neben 5-7 Grad (plus) viel Regen, Wolken und zeitweise ziemlich viel Wind. Aber auch das ließ sich im Nugget gut überstehen.

Die Wettervorhersage kann man sich übrigens ganz auf der Norwegischen Wetterseite www.yr.no anschauen - das hat meist ganz gut gepasst. Nur die tiefen Temperaturen von plötzlich weniger als -25 Grad habe ich dort nicht wirklich rauslesen können im Vorfeld. Aber auch solche Überraschungen gibt es wohl, wenn man zu dieser Jahreszeit hier unterwegs ist.

Hast Du Polarlicht gesehen?

Als passionierte Astro- und Nachtfotografin waren die Nordlichter natürlich eines meiner Hauptziele der Reise. Und ich wurde auch wirklich ganz gut verwöhnt und habe in ca. 10 Nächten Polarlicht fotografieren können. Teilweise boten sich mir atemberaubende Shows am Himmel, die selbst mich als "alten Hasen" (ich hatte vorher schon vier Polarlichtreisen gemacht) noch schwer beeindruckt haben.

Wichtig ist hier neben der Polarlichtvorhersage (KP-Index) aber auf jeden Fall das Wetter, denn ein halbwegs wolkenloser Himmel ist Voraussetzung. Da habe ich mich aber auch nicht immer nur auf den Wetterbericht verlassen, sondern auch häufig selbst den Kopf zur Schiebetür rausgesteckt um das Wetter und die Polarlichtaktivität zu prüfen. Sonst hätte ich wohl einige Ereignisse verpasst..

Gut ist auch eine Webcam in Abisko (Schweden), die ganz gut als Anhaltspunkt genutzt werden kann: lightsoverlapland.com/aurora-webcam/ .

Kannst Du solch einen Trip weiterempfehlen?

Definitiv! Wer keine Angst vor den Wetterbedingungen hat und kein Problem damit hat, auch mal längere Zeit im Camper zu verbringen, wird ein bleibendes Erlebnis haben! Ich zähle diese Tour definitiv zu den schönsten Urlauben meines Lebens und bin auch schon am Planen der nächsten Wintertour nach Norwegen :-)

Würdest Du einen solchen Trip wieder mit dem Nugget machen?

Auch hier ein definitives JA. Der Nugget ist tatsächlich wintertauglicher als ich dachte… Ich habe nie gefroren und auch das Fahren hat wunderbar funktioniert. Bei mehr als -20 Grad über Nacht hätte ich etwas Sorge um den Motor, aber das ist ja bei jedem Auto so. Hier wäre die Nachrüstung einer Motorvorwärmung vermutlich eine gute Idee. Aber leider benötigt die ja auch wieder 230 V Strom, den man beim Freistehen nicht hat.


Wenn ihr weitere Fragen oder Anmerkungen habt, immer her damit!

LG
Katja

Alleinreisend im Nugget HD, 170 PS, Magnetic-Grau, EZ 05/2018
Letzte Änderung: 26 Nov 2019 21:42 von Nightowl.
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26 Nov 2019 23:10 #3 von opavomnils
Hallo Katja,
vielen Dank für diesen schönen, zusammenfassenden Bericht - und die super Bilder, die Du schon zuvor eingestellt hast! Schön, dass Du wohlbehalten wieder zurück bist.
Die ganze Zeit trieb mich die Frage nach dem Kondenswasser in den Schränken um, aber die hast Du ja nun schon beantwortet!
Wir habe richtig Lust bekommen, so eine Tour auch einmal zu machen - das "HD" bei unserem Nuggi haben wir schliesslich wegen Skandinavien als mögliches Ziel (für Griechenland hätte auch ein "AD" gereicht).
Noch viele schöne Urlaube und Fotos!
LG
Max

Dunkelblauer HD, EZ 3/18, stank 4 Monate nach Lösungsmitteln, jetzt ok - 130 PS, Euro6, AHK, Markise+Vorzelt, KleberTranspro4SGanzjahr, mobile Solartasche 120W
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26 Nov 2019 23:40 #4 von Nightowl
Hallo Max,

danke! Ja, bei mir hielt es sich wirklich in Grenzen mit dem Kondenswasser. Aktuell habe ich schon wieder nur 16% Luftfeuchtigkeit in der Küche... bin ja noch nicht "wohlbehalten zurück", sondern stehe aktuell noch am Polarkreis in Norwegen, bei -12 Grad :)
Eine solche Reise lohnt sich auf jeden Fall - aus meiner Sicht mit dem eigenen Fahrzeug aber sicher erst ab 4-5 Wochen Zeit, wenn man keinen allzu großen Stress haben möchte. Aber das Nordkap muss ja vielleicht auch nicht zwingend sein. Außer einer Blechkugel (und dem Gefühl) gibts da ja nicht wirklich viel zu sehen.

LG
Katja

Alleinreisend im Nugget HD, 170 PS, Magnetic-Grau, EZ 05/2018
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27 Nov 2019 06:48 - 27 Nov 2019 06:51 #5 von bmwrt7
Hallo und guten Morgen,

es kommt auch auf die Besatzung bei einer solchen Tour an - Alleinfahrer sind da m.E. was das Kondenswasser betrifft im klaren Vorteil.
Auch kommt es sehr stark darauf an - wie oft und häufig gekocht wird.
Aber auch wir (zu zweit) haben festgestellt, wenn die Heizung 24 Stunden läuft und in etwa so geregelt wird, wie Kathja es beschreibt, dann hält sich das bei normalem Winterwetter in Grenzen - wenn es allerdings Regentage hat, empfiehlt es sich, den Camper mal für ein paar Stunden zu verlassen und die Heizung ggf. auf niedriger Stufe laufen zu lassen.

Kathja, was soll ich sagen - Dein Reisebericht, Deine Nutzungsempfehlungen und Dein Schreibstil (Deine Fotos sowieso) bereichern das Forum - Danke.

upps in Katja habe ich ein h zuviel drinn

Gruß Hans-Dieter
Der Weg ist das Ziel - Ford Nugget, Erstzulassung 08/2010 140 PS, AHK, A-Sure Entertainment mit Navi IGO, BT Freisprecheinrichtung, Reifendruckkontrolle sowie Rückfahrkamera integriert.
Basisstation für Wanderungen und Relaxen. ST PLZ 55596
Letzte Änderung: 27 Nov 2019 06:51 von bmwrt7. Begründung: Katja ohne h.
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27 Nov 2019 07:59 #6 von theo.lustig
Moin Katja,

Das hört sich alles sehr, sehr gut an.
Einer der besten und objektivsten Reiseberichte die ich gelesen habe.
Weit jenseits von dem üblichen Chichi.
Macht richtig Lust sofort aufzubrechen.
Danke dafür. Bisher waren wir immer im Sommer in Norwegen.
Mal schauen, vielleicht planen wir für das nächste Jahr einen Wintertrip.

LG
Theo

P. S.
Bzgl. der Spikes würde ich mich dann bei Dir melden.
Wir starten von Hannover aus, also dicht bei ;)

Vorher: Zelt, Knaus Südwind 540 TK + VW T4 - 2.5D 78 PS - Selbstausbau, Mc Louis Glen 432 auf Fiat Ducato - 2.8 JTD 128 PS, Ford Nugget HD 2011 - 2.2 140 PS, Jetzt: Ford Nugget HD 2015 - 2.2 155 PS
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27 Nov 2019 09:19 #7 von Kürbis
Katja, ganz herzlichen Dank auch von mir! So informativ und so anschaulich beschrieben!
Ich bin so erleichtert, dass der Nugget so wintertauglich ist.
Norwegen ist mein Lieblingsland - ich habe einige Verwandte dort, war aber trotzdem länger nicht mehr da, aber mit unserem (noch nicht eingetroffenen) Nugget tun sich wieder neue Möglichkeiten auf.

Übrigens habe ich meinen norwegischen Verwandten Links zu Deinen Seiten geschickt: Auch die - obwohl aus meist beruflichen Gründen öfter in Nordnorwegen und darum durchaus vertraut mit der Gegend - waren ganz beeindruckt!

seit 29.5.2020: kürbisfarbener Ford Nugget Plus 185PS Schaltgetriebe, Vollausstattung 🎃
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27 Nov 2019 09:49 #8 von Nightowl
Es freut mich, dass euch mein "kleiner" Erfahrungsbericht gefällt und offenbar auch zum Nachmachen inspiriert :)

Nochmal zum Kondenswasser: Ich hatte ja auch mal die Project Camper Matten ausprobiert letzten Winter. Da hat sich hinten den Matten wesentlich mehr Kondenswasser gebildet als jetzt mit den Vorhängen, die weiter von den Fenstern weghängen. Und ja, es kommt sicherlich darauf an, ob man allein oder zu fünft im Nugget reist. Bei meinem Wintertrip war für 2,5 Wochen meine Mama zu Besuch im Nugget, und ab und zu mal einen weiteren Gast für ein paar Stunden am Abend - was insgesamt zu minimal mehr Kondenswasser an den Scheiben geführt hat. Gekocht haben wir (wie auch ich allein) vergleichsweise viel, so im Schnitt 15-30 min laufender Herd jeden Tag würde ich sagen.

Mit mehr als 2 Personen wird es im Winter im Nugget aber (aus meiner Sicht) schon sportlich, da man sich ja doch die meiste Zeit des Tages im Fahrzeug aufhält.

Allen, die auch einen Wintertrip planen, kann ich nur zu diesem Alurohr für den vorderen Heizungsauslass raten - ohne diesen wäre es vermutlich unter dem Tisch ziemlich kalt, da die Kälte doch von der Seite und von vorn aus dem Fahrerhaus recht stark "reinzieht". Mit dem Rohr kann man die Wärme gezielt dahin lenken, wo man sie haben will!

Viele Grüße vom Polarkreis bei -15 Grad, wo gerade eine ca. 30 köpfige Gruppe Rentiere vorbeigelaufen ist - hach wie ich dieses Land liebe! :)
Katja

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19 Feb 2020 22:18 - 19 Feb 2020 22:19 #9 von kk56k
Für die Lesefaulen gibt es die Erfahrungen auch als Video, das mir gerade zufällig über den Weg gelaufen ist


(aufgrund diverser Überschneidungen gehe ich mal stark davon aus, dass Nightowl die interviewte Person ist :unsure: )
Letzte Änderung: 19 Feb 2020 22:19 von kk56k.

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