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Ford Nugget Forum

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Reifenwechsel nach Panne - unser neuer Mitbewohner: das Alurad

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22 Nov 2017 20:20 #1 von bigjuz
Hallo zusammen,

vor einigen Tagen ist uns während der Fahrt der hintere, linke Reifen kaputt gegangen. Glücklicherweise war die Strasse wenig befahren, so dass ich in aller Ruhe und im strömenden Regen das (zum Glück!) vollwertige Ersatzrad mal ausprobieren durfte. :S Der kleine Erfahrungsbericht hier ist für den Fall der Fälle und für die Volltextsuche anderer Nuggetfahrer, die mal ein ähnliches Schicksal erleiden könnten. Lustigerweise war nach der Sichtung des platten Reifens nämlich mein erster Gedanke (Hilfe! Was tun?) das Nuggetforum, bevor ich mich dann doch dem Bordbuch zugewandt habe.

Das vollwertige Reserverad (wenn ihr es denn bestellt habt) versteckt sich unter dem Auto ziemlich genau im Stehbereich der Küche und sich lässt mit dem Bordwerkzeug, das in der Trittstufe des Beifahrers versteckt ist, bequem auf den Boden kurbeln. Wer (wie ich) das erste Mal einen Nugget Reifenwechsel durchführt, wird einiges an Zeit aufwenden müssen, um die Besonderheiten zu erlernen, die sich Ford hat einfallen lassen.

Insgesamt sind die drei Teile Werkzeug (Schlüssel / Wagenheber / Verlängerung zum Kurbeln) von vernünftiger Qualität und lassen sich meiner Meinung nach gut benutzen.

1. Erkenntnis: Nicht dem Bordbuch trauen

Ford schreibt, dass der Wagenheber dicht hinter dem Hinterreifen an der Blattfeder angesetzt werden soll. Mir ist der Wagenheber gleich zweimal an der schrägen Feder abgerutscht und der Nugget (wenn auch nur 10 cm) in die Tiefe geplumpst. Das fand ich ziemlich besorgniserregend. Wenn ihr ebenfalls Schmutzfänger (evtl. Serie?) hinter den Rädern habt, dann lässt sich der Wagenheber leider nicht gut nach der Bordbuchempfehlung positionieren.

Stattdessen habe ich den Wagenheber dann kurz VOR dem Hinterreifen an der Feder angesetzt und den Wagen sicher hochgehoben.

2. Erkenntnis: Die Haltetechnik des Reserverads

Normalerweise kenne ich es so, dass ein Rad, wenn es unter dem Wagen montiert ist, in einer Art Schale liegt, die mit einer Schraube am Unterboden gesichert ist. Ford dagegen hat eine Seilwinde mit Sicherungsseil montiert. Das muss man erstmal verstehen und vor allem das Rad frei bekommen - im Dunkeln und bei Regen.

Im ersten Schritt wird über eine Schraube in der Trittstufe des Kofferraums das Rad mit dem Bordwerkzeug (Schlüssel) runtergekurbelt. Mit etwas Gefummel und Gedrehe wird in einer 90 Grad Drehung das Seil nun aus der Vorrichtung des Reserverades entfernt. Dazu lohnt ein Blick ins Bordbuch. Im nächsten Schritt entfernt man durch Schrauben das Sicherungsseil von der Felge.



Der Reifenwechsel gestaltet sich so, wie man es kennt. Allerdings sind die Muttern, die bei den Alufelgen verwendet werden, eigentlich nicht zum Befestigen von Stahlrädern gedacht und stehen etwas ab. Evtl. lohnt es sich daher im Reserverad ein Satz Muttern der (Stahl-)Winterräder aufzubewahren, denn theoretisch kann das Rad ja erstmal normal weiter gefahren werden.

Es ist ebenfalls äußerst hilfreich zu wissen, wo man das Felgenschloss aufbewahrt, mit der jede der Alufelgen gesichert ist und ohne das sich kein Rad lösen lässt.

3. Erkenntnis: Reserverad unter dem Auto, Alurad im Auto!

Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich nach Ewigkeiten des Probierens und dem Erlernen der FORDschen Reservereifentechnik, einsehen musste, dass sich mit dem verwendeten Adapter NUR ein Stahlrad unter dem Auto transportieren lässt. Das Problem hierbei ist, dass der Adapter, der die Stahlfelge unter dem Wagen hält, nicht für den Gebrauch an der Ford Alufelge gemacht wurde.

Das Alurad müsste nämlich verkehrt herum (schicke Fläche nach oben) hochgezogen werden – nur so passt der Adapter. Das fühlt sich erstmal richtig an, da die Sichtfläche auf dem Boden nicht zerkratzt. Das Rad lässt sich aber nicht unter dem Auto fixieren und baumelt viel zu tief hin und her.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte und auch ein Alurad unter dem Wagen transportieren können möchte, muss (wenn es das denn gibt) einen anderen Adapter zum Halten des Rades besorgen.

Somit hatten wir das Vergnügen zumindest für eine Nacht ein Alurad in der Küche stehen zu haben. Im Innenraum wirkt ein 215er Reifen auf 16“ Felge übrigens viel wuchtiger als draussen am Nugget ;) Wir hatten das Glück gleich am nächsten Mittag eine Reifenbude ausfindig machen zu können, die das Loch auf der Lauffläche in 30 min. repariert hat. An einigen Orten gestaltet sich das womöglich schwieriger und so kann der neue Alu-Mitbewohner ggf. schnell zum unbeliebten Gast werden.



Viele Grüße
Robert

2016er Nugget HD - Polar Silber - 155 PS, Verbrauch 8,4l bei 115km/h, 100 Watt Phaesun Solar Modul

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22 Nov 2017 20:50 - 22 Nov 2017 20:51 #2 von norge
... und wieder mal hat sich seit 2000 (?) nichts geändert - geschweige denn verbessert ... :(

... danke Robert für deinen bebilderten Erfahrungsbericht - rein statistisch habt ihr jetzt viele tausend Kilometer Ruhe vor Plattfüssen ... :lol:

Allzeit guudde Fahrt,

Grüsse norge

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Letzte Änderung: 22 Nov 2017 20:51 von norge.
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22 Nov 2017 21:06 #3 von Homo Transitus
Auch bei den Modellen vor 2000 war das Reserverad mit einem Seilzug unter dem Heck befesttigt. Von diesem Modell stammt auch schon die Erkentniss das Reserverad mindestens ein Mal im Jahr abzulassen und die notwendigen Punkte mit etwas Fett zu bedenken.

Grüße vom Homo Transitus

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22 Nov 2017 22:49 - 22 Nov 2017 22:52 #4 von Butzkopf
...und so was einmal jährlich zu üben. Macht aber kein Mensch! Heute nicht mehr.
Aber egal wir sind doch alle Topversichert und haben mehrere Schutzbriefe, dazu mobiles Telefon. Soll das doch so ein Knecht machen der das dann mit dem ADAC abrechnet, während ich im trockenen und Stanheizungsverwöhnten Nugget mir einen Kaffee koche.:blink: :blink:

Ich erinnere mich an einen Beitrag hier im Forum, wo ich belächelt wurde weil ich einmal im Jahr den Nugget einen Samsatg lang poliere und zweimal im Jahr die Reifen selber wechsle. Passt scho. I love it.
Letzte Änderung: 22 Nov 2017 22:52 von Butzkopf.

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23 Nov 2017 06:52 - 23 Nov 2017 06:53 #5 von bmwrt7
.und so was einmal jährlich zu üben. Macht aber kein Mensch! Heute nicht mehr.


EINSPRUCH
da ich mein Fahrzeug erst Anfang Nov. übernommen habe - habe ich genau diese Übung (Ersatzrad suchen und mal hervorholen) letzte Woche vollzogen. Kann ich nur jedem Empfehlen - wie oben beschrieben, wenn man es noch nie gemacht hat - ist man erst mal am Bordbuchlesen, sofern man lesen kann.
Mit Verlaub - Deine beiden anderen Arbeitshinweise (Polieren im Jahr und Reifenwechsel) werden ich in 2018 kopieren - ist das o.k. für Dich.

Ich hoffe allerdings, dass ich einen RADwechsel wegen Reifenpanne immer nur theoretisch benötige - mit einem ordentlichen Wagenheber auf ebener Fläche und im Trockenen (von Winter auf So oder umgekehrt) geht es viel besser von der Hand.

Gruß Hans-Dieter
Der Weg ist das Ziel - Ford Nugget, Erstzulassung 08/2010 140 PS, AHK,
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Letzte Änderung: 23 Nov 2017 06:53 von bmwrt7.

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23 Nov 2017 07:23 #6 von Butzkopf
Ergänzung: Wer sich in deutschen Mittelgebirgen oder gar den Alpen bewegt, darf auch mal im Hochsommer das Anlegen der Schneeketten üben. Wirkt lächerlich in kurzer Hose und mit einem Weizenbier, kann aber ein erhabenes Gefühl am Tag x im Winter sein. :evil:
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23 Nov 2017 13:21 #7 von bmwrt7

Butzkopf schrieb: Ergänzung: Wer sich in deutschen Mittelgebirgen oder gar den Alpen bewegt, darf auch mal im Hochsommer das Anlegen der Schneeketten üben. Wirkt lächerlich in kurzer Hose und mit einem Weizenbier, kann aber ein erhabenes Gefühl am Tag x im Winter sein. :evil:


Du meinst sich das auf YouTube anzusehen reicht nicht?
Die Schneeketten hab ich mir gerade gekauft, muss ich also mal schauen, aber das mit den kurzen Hosen lass ich jetzt lieber:silly:

Gruß Hans-Dieter
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23 Nov 2017 13:36 #8 von Butzkopf
Das hängt von Deinem technischen Verständnis ab. Mir ist die Praxis immer lieber als YouTube Filmchen. Im Sommer bei Tageslicht ist es anders als im Winter bei Dunkelheit am Straßenrand.

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23 Nov 2017 14:00 #9 von BE_CH
Also ich übe das Radwechseln 2x pro Jahr - und das immer an allen 4 Rädern.
Die Angabe im Bordbuch funktioniert nur wenn man KEINEN zusätzlichen Unterbodenschutz geordert hat und ist lebensgefährlich. Herr J.S. von M. hat das im Bordbuch als "Schmarrn" bezeichnet. ;-) Anheben an der Hinterachse ist die Wahl. Allerdings setzt das einen Low-Profil-Wagenheber voraus.
BE_CH

Ford Custom 310 L1 / 2.2 TDCI 125PS / 6-Gang Handschalter/AD / EZ 07/2016

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23 Nov 2017 14:33 #10 von kk56k

BMWRT7 schrieb: Du meinst sich das auf YouTube anzusehen reicht nicht?


Aus eigener Erfahrung würde ich auch zu eher nicht tendieren. Ich hatte mal genau das Problem, hatte mir schön youtube-Filmchen angeschaut und mal alibi-mäßig geübt, aber als ich die Dinger dann wirklich brauchte, hatten sie sich irgendwie verdreht und gingen nicht über's Rad. In dem Moment hab ich zwar gesehen, dass irgendwas anders ist als bei der Trockenprobe, aber hab's nicht behoben bekommen. Wieder zuhause und in Ruhe war das Problem in Sekunden behoben :evil:

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