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Ford Nugget Forum

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Erfahrungsblog zu unserem 2022er Nugget

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14 Mai 2023 12:38 #1 von Mikado
Erfahrungsblog zu unserem 2022er Nugget wurde erstellt von Mikado
Da es doch immer wieder Menschen gibt, die vor der Kaufentscheidung gerne von den Erfahrungen anderer profitieren, will ich an dieser Stelle immer mal wieder speziell zu meinem Erfahrungen mit unserem Nugget berichten, was sich ĂŒber die Jahre so ansammelt. Starten tue ich nun nach dem ersten vollen Jahr mit dem Fahrzeug.

Kurzvorstellung unseres Nugget
Es ist eine Hochdach Plus Version mit 185 PS (nach alter WĂ€hrung), wobei mir die 415 Nm persönlich wichtiger sind, weil diese im Alltag zĂ€hlen. Die Leistung kommt erst ĂŒber die höhere Drehzahl, wo ich mich eher weniger aufhalte, da es ein handgerissenes Modell ist. Er hat so ziemlich alles an Bord, was die Fordpreisliste (fĂŒr den urspĂŒnglichen Besteller) so hergab. Kann man machen ...nötig ist es aus meiner Sicht nicht, da wir solche Dinge wie Parkassistent, eingebautes Navi oder auch Unterfahrschutz weniger relevant finden. Die Differenzialsperre allerdings feiere ich persönlich auf lockerem oder nassen Untergrund immer wieder, echt geil.

Eigene Änderungen
Bilstein B6 SchwingungsdĂ€mpfer an der Hinterachse, um das Wippen auf Straßenwellen zu eliminieren (funktioniert top). Ganzjahresreifen mit gutem Profil auch fĂŒr unbefestigtes GelĂ€nde (Michelin Agilis Cross Climate). Maßnahmen zur Rostvorsorge und Verbesserung der GerĂ€uschdĂ€mmung im Innenraum (habe ich anderswo beschrieben). Kleinkram im Fahrzeug fĂŒr die persönliche FunktionalitĂ€t.

Einsatzzweck
Bisher vorrangig durch mich beruflich, um so HotelĂŒbernachtungen öfter umgehen zu können, denn egal wie schön oder zuvorkommend der Service, es ist nicht das eigene Zuhause. Daher sind es nach einem Jahr auch schon ĂŒber 35 Tkm auf dem ZĂ€hler geworden. Ich habe dabei mindestens 50 Übernachtungen im Fahrzeug gehabt, auch im Winter bis -13 Grad. Private Urlaube machen wir natĂŒrlich auch, aber im VerhĂ€ltnis deutlich weniger, vielleicht 14 Tage bislang. DarĂŒber hinaus nutzen wir das Fahrzeug in unserer Familie mit umzugsfreudigen Kindern als Transporter. Das geht mit und auch ohne ausgebaute Sitzbank erstaunlich gut. Und hin und wieder auch als Zugfahrzeug fĂŒr unterschiedliche AnhĂ€nger.

Erfahrungen Pro/Contra

Abgesehen von den hinlĂ€nglich bekannten Themen rund um KĂŒhlschrank und Bediendisplay mit den eigenen Verbesserungen einfach sehr gut. Fahren, tanken und fertig. Ausreichende Motorleistung fĂŒr 99% der Situationen. Erstaunlich sparsam zu fahren, wenn man nicht gerade mit heftigem Gegenwind zu tun hat. Guter Federungskomfort und trotzdem kann man auf der Landstraße auch dynamisch fahren, was andere scheinbar immer wieder ĂŒberrascht, weil sie es nicht erwarten. Nur die allgemeinen FahrgerĂ€usche (Abrollen und Motor) könnten fĂŒr meinen Geschmack noch etwas geringer sein, dann wĂ€re das Fahrzeug fĂŒr mich wirklich perfekt, und das sage ich nach gut 20 Jahren und mehreren 100 Tkm mit VW T4/T5.

Soweit fĂŒrÂŽs erste. Fortsetzung folgt.

2022 HD+ mit 415Nm Handschaltung. Nachgerechnete Ăž 8,3 Liter/100km (99% Langstrecke, 95% mit HVO)
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14 Mai 2023 20:54 - 14 Mai 2023 21:13 #2 von frankm
Schöner Erfahrungsbericht - vielen Dank.
Gebe Dir in allen Punkten absolut recht.

Der einzige Punkt der mich ebenso stört ist der LĂ€rm. Bei den AbrollgerĂ€uschen hat die UmrĂŒstung auf PKW Reifen etwas Besserung gebracht. Also keine C Transporterreifen mehr, sondern eben normale Reifen. Das geht normalerweise wegen der Traglast nicht, da es PKW Reifen mit der geforderten Traglast nicht gibt. Beim kurzen Nugget reicht allerdings schon die Ablastung hinten um 20 Kilo. Beim TÜV kein Problem - hat auch die Reifengrösse 215/65R16 102 ohne Fabrikatsbindung ohne C gleich eingetragen. Auch ohne BeschrĂ€nkung auf Sommer- oder Winterreifen.

Winterreifen sind nun bei mir 215/65R16 102 H BF GOODRICH - G FORCE WINTER 2 SUV XL 3PMSF M+S. Grosser Unterschied zu der Serien Sommer -Transporterbereifung.

Und der 185PS Motor ist leider ziemlich dröhnig. Besonders ungenehm finde ich es bei ca. 120 km/h (Automatik). Bei 130 km/h wird es durch die höheren WindgerÀusch wieder etwas angenehmer.

Fande da den alten 155 PS Motor angenehmer - der war zwar deutlich lauter - aber eher im angenehmen tieferen Bereich und eben nicht so hoch dröhnend.

Ach ja - und als Nachtrag - der PKW Reifen kann auch mit geringerem Luftdruck gefahren werden - was wiederum gut fĂŒr den Komfort ist.

Nugget HD 185PS 01/2022
Letzte Änderung: 14 Mai 2023 21:13 von tourneo. Grund: BeitrĂ€ge zusammen gehĂ€ngt
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27 MĂ€r 2026 12:02 - 27 MĂ€r 2026 15:13 #3 von Mikado
So, Zeit fĂŒr ein kleines Zwischenfazit nach knapp 4 Jahren und rund 90 Tkm ...

An diversen Stellen hier im Forum habe ich bereits von meinen Erfahrungen in speziellen Bereichen zwar gesprochen, will das Wesentliche aber nochmal hier gesammelt als Zwischenfazit fĂŒr den schnellen Leser zusammenfassen.

Gesamtzufriedenheit
Insgesamt bin ich und meine Frau mit dem Camper nach wie vor sehr zufrieden. Am Markt findet sich im Moment in dieser sehr kompakten Grössenklasse kein besserer Camper - mit Hochdach - vom RaumgefĂŒhl und PraktikabilitĂ€t. Das Preis-LeistungsverhĂ€ltnis war bei diesem Modell noch recht gut. Bei dem aktuellen Modell bin ich da nicht mehr ganz so sicher ... Die AusbauqualitĂ€t von Westfalia ist bis auf einfach zu behebende Kleinigkeiten solide. Klappern tut es nach kleinen Verbesserungen nicht mehr, am meisten GerĂ€usche verursachen die Plisses der Dachfenster auf schlechter Fahrbahn. Gut ist auch der relativ niedrige Verbrauch im langfristigen Durchschnitt von etwa 8,5 Litern/100 trotz hohem Gewicht und Hochdach. Die Motorleistung mit 185 PS bzw. 415 Nm ist absolut ausreichend. Nur das Schaltgetriebe ist vielleicht 10% zu lang ĂŒbersetzt (gut fĂŒr den Verbrauch im WLTP-Fahrzyklus), sodass man trotz hohem Drehmoment unnötig schalten muss, denn richtiger Ladedruck liegt erst >1.500 U/min an. Da muss man darĂŒber bleiben, sofern man Kraft benötigt. Automatbesitzer haben es da einfacher.

MĂ€ngel
Probleme am Basisfahrzeug gab es wenige, aber die waren dafĂŒr sehr teuer: Ein neuer Motor inkl. Turbolader und Hochdruckpumpe nach 55 Tkm (Werksgarantie, sonst hĂ€tte es rund 15.000 gekostet) und das Getriebe wegen eines LagergerĂ€uschs bei 68 Tkm (Kulanz mit 42% Eigenbeteiligung). Letzteres hat noch rund 2.700 gekostet, weil eben keine GarantieverlĂ€ngerung vorhanden ...
Nun, deshalb bin ich nicht unzufriedener geworden, es kann statistisch eben sein, denn das Unwahrscheinliche einer solchen SchadenshÀufung an zentralen Komponenten kommt schon mal vor, dummerweise bei unserem Fahrzeug :( . Ist aber auch das erste Mal in Jahrzehnten.

Was könnte besser sein ?
Am Ausbau aus meiner Sicht wenig, die Betriebssicherheit des Dometic Bedienteils bei hohen Temperaturen aber ganz sicher.

DafĂŒr einiges am Basisfahrzeug:
Nicht so gut - im Vergleich zur direkten Konkurrenz in dieser Fahrzeugklasse (VW, Mercedes) - sind die DĂ€mmung der FahrgerĂ€usche, insbesondere der AbrollgerĂ€usche (natĂŒrlich auch vom Reifen abhĂ€ngig), sowie die allgemeine SchalldĂ€mmung und Entdröhnung der Metallkarosserie.

Aber auch eine bessere Rostvorsorge in Form von Nahtabdichtungen und Wachsbehandlung am unteren, nicht so sichtbaren Teil der Karosserie fehlt. Hier hĂ€lt sich Ford doch sehr zurĂŒck, denn es gibt sehr viele nicht abgedeckte Schnittkanten, wo keine Verzinkung mehr ist und auch sehr viele BlechĂŒberlappungen. Die Hohlraumkonservierung ist sehr sparsam und ungleichmĂ€ssig. Eine nachtrĂ€gliche Konservierung ist deshalb dann sehr wichtig, wenn man das Fahrzeug ganzjĂ€hrig auch bei viel (Feucht)Salz auf den Strassen nutzt. Bei reiner Sommernutzung fĂ€nde ich das ganz nicht so relevant.

Die Fahreigenschaften sind zwar ok, aber durch das sehr hohe Gewicht (ohne weitere Beladung rund 2,9t beim Nugget Plus HD) merkt man deutlich, dass Federung und DĂ€mpfung seitens Ford nicht an das hohe "Leer"gewicht angepasst wurden und daher im letzten Viertel ihrer technischen Möglichkeiten arbeiten. Vor allem der Federweg ist deshalb schon viel zu gering und das Fahrverhalten geht - wie bei hoher Beladung ĂŒblich - folglich ins schwammige bzw. die Federung geht auch gerne mal in die AnschlĂ€ge. WĂ€ren es vielleicht nur 2,4 bis 2,6 t, wĂ€re das sicher fĂŒhlbar besser.

Die Möglichkeiten dieses nachtrĂ€glich zu verbessern sind beim Ford Transit Custom im Vergleich zum VW T6 jedoch sehr viel geringer, weil hier einfach wenig Fahrwerkstechnik vom Aftermarkt angeboten wird (hat halt keine Fanbase und Kultstatus - ausserhalb vielleicht UK). Straffere StossdĂ€mpfer (z.B. Bilstein B6) und Zusatzfedern hinten (Spiral oder Luft) hinten helfen aber schon. VerstĂ€rkte Federn mit mehr Federweg fĂŒr vorne gibt es nach meinen Kenntnissen leider nicht. Eigentlich hĂ€tte das Fahrwerk schon ab Werk fĂŒr das mit dem Ausbau viel höhere "Leer"gewicht ausgelegt werden mĂŒssen, jedoch wird dies fĂŒr Ford und den wenigen Fahrzeugen, die zu einem Nugget umgebaut werden, offensichtlich zu viel Aufwand sein (ist bei der Konkurrenz aber auch nicht anders).

Zum Schluss - der Zahnriemen in Öl ...
Dies sehe ich nicht ganz so kritisch: Der "Belt in Oil" ist selbstverstĂ€ndlich fĂŒr den Betrieb im Motoröl ausgelegt und hĂ€lt das auch aus. Aber er ist empfindlich fĂŒr zuviel Kraftstoff im Motoröl (z.B. durch Defekte an den EinspritzdĂŒsen), denn zuviel Kraftstoff greift das Gummi an. Auch die mit der Zeit zunehmende Versauerung des Motoröls durch die VerbrennungsrĂŒckstĂ€nde, die zwangslĂ€ufig immer ins Öl kommen.
Von Ford freigegebenes Motoröl (5W-30 WSS-M2C913-D oder 0W-30 WSS-M2C950-A) enthĂ€lt deshalb die erforderlichen Additive. Doch diese Additive verbrauchen sich chemisch mit der Zeit und dann steigt der Motorverschleiss grundsĂ€tzlich stark an. Hier kommen wir zum Thema Wechselintervall: Viele Motorenleute und auch ich sehen die wesentliche Vorbeugung darin, das Öl max. ein Jahr bzw. höchstens 15-20 Tkm (oder eben 250-300 Betriebsstunden) im Motor zu lassen (bei viel Kurzstrecken auch deutlich weniger km), egal was die Intervallanzeige sagt. Neues Motoröl mit wieder funktionsfĂ€higen Additiven ist immer das beste fĂŒr den Motor allgemein, aber eben auch den Zahnriemen. Dann kann man den Zahnriemen nach meiner Meinung und eigenes Risiko auch 10 Jahre oder bis 240.000 km fahren, wie von Ford ursprĂŒnglich ja vorgesehen.
Die Kosten fĂŒr einen hĂ€ufigeren Ölwechsel sind - vor allem, wenn man es selbst machen kann und will - super gering, weniger als eine TankfĂŒllung (10l Motoröl mit Ford-Freigabe ca. 70€, Ölfilter 10€). In einer freien Werkstatt oder Oilcenter auch nicht so viel höher.

Update folgt irgendwann

2022 HD+ mit 415Nm Handschaltung. Nachgerechnete Ăž 8,3 Liter/100km (99% Langstrecke, 95% mit HVO)
Letzte Änderung: 27 MĂ€r 2026 15:13 von Mikado.
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